Bitcoin-ETF

Finanzgiganten rütteln am Grundgedanken von Bitcoin

Der Bitcoin bekommt Anzug und Krawatte. Aufgrund der Zulassung der Bitcoin-ETFs durch die US-Börsenaufsicht mischen jetzt Giganten wie Blackrock mit.

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Finanzgiganten rütteln am Grundgedanken von Bitcoin
Bereits ab Donnerstag konnten die ersten Bitcoin-ETFs an den Börsen gehandelt werden.
IMAGO/NurPhoto

Mit der Zulassung der Bitcoin-ETFs durch die US-Börsenaufsicht beginnt für die Krypto-Leitwährung ein neues Zeitalter. Sie ermöglichen eine Investition in Bitcoin, ohne dass sich Anleger um die Verwaltung ihrer eigenen Wallet kümmern oder direkt Bitcoin besitzen müssen.

"Viele institutionelle Investoren wollen sich nicht mit Angelegenheiten wie Bilanzierung oder steuertechnischen Aspekten von Bitcoin auseinandersetzen", sagt der erfolgreichste Schweizer Bitcoin-Youtuber und Investor Marco Bühler.

ETFs seien bei Großinvestoren, aber auch Kleinanlegern bekannte und beliebte Anlageformen. Mit den Bitcoin-ETFs hätten sie nun alle einen Zugang zu Bitcoin: "Da wissen sie, was sie kaufen, wie sie das bilanzieren müssen und wie es versteuert wird."

"Oberstes Gütesiegel für Bitcoin"

Die Genehmigung der börsengehandelten Bitcoin-Fonds öffnet gleichzeitig auch die Tore für die Wall Street. Ab jetzt mischen auch Finanzgiganten wie der weltweit größte Vermögensverwalter Blackrock im Krypto-Markt mit - als Anbieter solcher ETFs.

"Bitcoin hat nun das oberste Gütesiegel der Finanzwelt und ist somit legitimiert", fasst Krypto-Experte Pascal Hügli zusammen.

Grundgedanke von Bitcoin in Gefahr?

Der ursprüngliche Gedanke von Bitcoin: Wer mit ihnen handelt, ist sozusagen seine eigene Bank, es braucht laut Hügli keine Drittparteien: "Bitcoin kann ohne Erlaubnis empfangen, versendet und gehalten werden."

Natürlich werde der Grundgedanke durch die Institutionalisierung infrage gestellt, hintertrieben werde er aber nicht.

Dass der Bitcoin finanzialisiert werde und seinen Weg an die Wall Street finde, sei keine Überraschung: "Er ist das am besten performende Asset der vergangenen Jahre und die Anreize für die großen Finanzinstitute sind einfach zu lukrativ."

Auch Bühler sieht den Grundgedanken nicht in Gefahr: "Der Bitcoin-ETF ist nur eine Option, Bitcoin zu kaufen. Die Möglichkeit, Bitcoin selbst zu kaufen und zu verwahren, die besteht ja weiterhin."

"Bitcoin-ETFs bringen das große Geld"

Der Grund, warum die ETFs laut Bühler gut sind: "Sie öffnen die Türen für das große Geld." Wenn dadurch mehr Geld in den Bitcoin fließe, erhöhe dies die Marktkapitalisierung und gleichzeitig vermindere es Preisschwankungen.

"Je weniger Volatilität, desto näher ist man an den Eigenschaften von Geld." Dieses müsse drei Funktionen erfüllen: Wertspeicher, Tauschmedium und Recheneinheit. "Die ersten beiden erfüllt Bitcoin bereits, der dritten kommt Bitcoin mit dem ETF immer näher", so Bühler.

Bitcoin ist erwachsen geworden

Bitcoin ist laut Hügli zwar erst 15 Jahre alt, aber für sein Alter schon sehr reif: "Es dürfte nicht viel geben, was die Legitimation von Bitcoin noch erhöhen könnte."

Das Einzige, was sich der Experte vorstellen könnte, ist, dass eine Zentralbank wie die Schweizerische Nationalbank den Bitcoin in ihre Bilanz aufnimmt: "Ich bin der Überzeugung, dass dies irgendwann geschehen wird." Das könnte laut Hügli aber noch eine Weile dauern.

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