Wien

Neue Lokale bringen frische Schärfe in die Donaustadt

Zwei Restaurants verwöhnen den Stadtrand mit frischer Küche: In Aspern bringt ein Thailänder neue Würze, für Essling kocht ein modernes Gasthaus auf.
08.08.2021, 15:12

Der Stadtteil Aspern (Donaustadt) ist nicht nur bautechnisch ein boomendes Entwicklungsgebiet. Auch kulinarisch tut sich abseits von Fast Food endlich etwas. Als Jessy Liu das "Thailanna" in der Bodmergasse 47 eröffnete, wusste sie, dass die Gegend gastronomisch kein einfaches Pflaster ist. Das "Thailanna" ist bereits ihr zweites Lokal neben dem "Gynza", das gleich ums Eck der U-Bahn-Station Aspernstraße liegt. Ihr Erfolgsrezept: Im "Thailanna" gibt es keine "europäisierte Asia-Küche", wie Liu erklärt, sondern echte, nordthailändische Hausmannskost: "Auf die Karte kommen die Leibspeisen des Personals. Die Rezepte dafür hat unsere Köchin alle aus der Heimat mitgebracht." Das schmeckt so authentisch, dass neue Gäste beim Bestellen nicht nur sehr gut beraten werden. Auch vor der Schärfe wird freundlich gewarnt. 

Glasnudel Salat mit Thai Sellerie, Weißmorcheln, Enoki Pilzen und Cherry Tomaten.
Helmut Graf

"Alle sollen satt werden"

Natürlich gibt es im "Thailanna" Klassiker wie Pad Thai, aber auch Exotisches, wie man es vielleicht noch nie gekostet hat. Das "Kaoman Gai Set" ist etwas für echte Ingwer-Liebhaber, serviert wird es in mehreren Einzelteilen. Mit den Fingern wird das "Pork Lanna" gegessen, ein Gericht aus Bauchfleisch in Tempurateig frittiert, Klebereis und einer Knoblauch-Chili-Paste. Dass die Speisen höherpreisiger sind, als man es vom Thailänder gewohnt ist, liegt an der hohen Qualität der Produkte. "Wir kochen auf kleiner, aber feiner Basis. Dabei sparen wir aber nicht an den Portionen, weil wir wissen, dass hier viele Familien leben. Alle sollen satt werden", sagt Liu. Das merkt auch beim beliebten Dessert "Sticky Rice": In jede Portion steckt eine halbe Mango der besonders saftigen Sorte aus Thailand drin.

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An sonnigen Tagen kann man im "Thailanna" im Gastgarten sitzen.
Helmut Graf

"Bereicherung für den Bezirk"

Das thailändische "Personalessen" kommt bei den Anrainern gut an: "Über die Jahre haben sich die Kunden entwickelt, sind moderner geworden. In einem anderen Restaurants durften Stammgäste einmal vom Personalessen kosten – und wollen immer wieder davon haben. Die Menschen sind froh, dass wir kulinarische Abwechslung bringen. Wir sind eine Bereicherung für den Bezirk", ist Liu überzeugt.

Moderner Gasthof "Fat George"

Nur zehn Minuten vom "Thailanna" entfernt hat Stefan Krennmayer den alten Gasthof seiner Familie wiedererweckt: Das "Fat George" in der Gartenheimstraße 1 wurde rundum renoviert und die Gästezimmer modernisiert. Die klassische Wirtshausküche hat man mit modernen Einflüssen ergänzt und der Speisekarte vegane Gerichte hinzugefügt. Für "Meer-Geschmack" gibt‘s Muscheln im Weißweinsud, Branzino in Salzkruste und Tagliatelle mit Garnelen. Auch einen zeitgemäßen Barbereich hat das "moderne Gasthaus" bekommen, wie Krennmayer das Konzept beschreibt: "Das Haus gehört meiner Familie seit 20 Jahren, ich wollte es wiederbeleben."

Vom Frühstück bis zum Feierabend-Drink

Den Überlebenskamp am Stadtrand hat auch Krennmayer bemerkt: "Es sperrt ein Lokal nach dem anderen wieder zu. Wir sind seit der Eröffnung ausgebucht". Woran das liegen könnte: Vom Frühstücken am Wochenende bis zum abendlichen Cocktail bietet man den Gästen eine Art Vollpension. Ein besonderes Extra ist das Angebot "Don‘t drink and drive" für Restaurant- und Bargäste: Wer spontan über Nacht bleiben will, bekommt ein Zimmer zum halben Preis. Und weil Kennmayer auch Betreiber der benachbarten "Pizzaliebe" ist, gibt es seine Pizzen beim Roomservice.