Verprügelt! Stundenlang keine Hilfe für Behinderten

Tatort Busbahnhof Wien-Hütteldorf
Tatort Busbahnhof Wien-HütteldorfHelmut Graf
Ein 64-Jähriger wurde vor kurzem brutal am Bahnhof Hütteldorf zusammengeschlagen. Jetzt kommt immer mehr Licht ins Dunkel der feigen Tat.  

Fritz K. (64, Name geändert) hat sich noch immer nicht von der feigen Gewalt-Attacke am Bahnhof Wien-Hütteldorf erholt. "Wir sind alle noch zu sehr aufgewühlt", erzählt die Schwester des Opfers im Gespräch mit "Heute". "Er ist am ganzen Körper mit Schlägen und Tritten traktiert worden", so die Wienerin. "Es geht ihm noch nicht gut. Er hat starke Augenverletzungen und auch Brüche im Gesicht." Die Polizei hat die Überwachungsvideos vom 31. August bereits ausgewertet, landete angeblich einen Treffer. 

"Auf dem Video ist zu sehen, wie ihn ein Mann verprügelt. Das Gesicht ist erkennbar, er war alleine", erzählt die Frau. "Es ist um drei Uhr früh passiert. Der Mann war außer Rand und Band. Es kann nicht sein, dass so etwas passiert." Der Verdächtige soll sich nach der Tat noch 45 Minuten lang am Bahnhof herumgetrieben haben. 

"Die Tat ist um 3 Uhr passiert", ärgert sich die Wienerin. "Bis 5.15 Uhr ist nichts passiert. Niemand hat geholfen. Ich möchte der Frau, die schließlich doch die Rettung geholt hat, ganz herzlich danken."

"Den Falschen nach Zigarette gefragt"

Das Opfer sei zu einer Einvernahme noch zu schwach. Fritz K. ist geistig behindert. "Er hat gleich zu weinen begonnen, wie wir mit ihm geredet haben." Mittlerweile ist auch klar, was der wehrlose Mann mitten in der Nacht auf dem Bahnhof gemacht hat. "Er wohnt in einer betreuten Wohneinrichtung und ist ein Strawanzer. Er geht manchmal auch mitten in der Nacht spazieren. Die Zeit ist ihm egal", berichtet die Schwester des 64-Jährigen. "Er raucht gerne, vielleicht hat er den Falschen nach einer Zigarette gefragt", erklärt sie. "Er hat zu mir nur immer wieder gesagt 'ich habe gar nichts gemacht'."

Mutter des Opfers "nur am Weinen"

Die Familie schaltete eine Anwältin ein. Die Mama (87) des Opfers sei "nur am Weinen". Die Verwandten hoffen, dass der Fall nun bald geklärt ist und Fritz K. wieder ganz gesund wird. "Nach dem Schock kommt der Hass", so die Wienerin. 

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