Karl-Heinz Grasser wurde zwischen September 2010 und Sommer 2011 über seine Rolle in der BUWOG-Affäre und anderen Skandalen sechsmal verhört. Jetzt wurden die brisanten Einvernahmeprotokolle veröffentlicht.
Die Dokumente, aus denen das Wirtschaftsmagazin "Format" Auszüge veröffentlicht hat, umfassen über 250 Seiten und liefern brisanten Zündstoff für den neuen parlamentarischen Korruptions-U-Ausschuss.
Daraus geht hervor, wie Grasser gegenüber dem Staatsanwalt etwa die Geldtransporte in der Höhe von 500.000 Euro in den Jahren 2005 und 2006 schildert. Das Geld habe er für seine Schwiegermutter Marina Giori-Lhota in drei Tranchen von der Schweiz nach Österreich gebracht, behauptet Grasser: "Meine Schwiegermutter hat mir 100.000 Euro in die Hand gedrückt, und gesagt: 'Schau, dass du bestmöglich Geld veranlagen kannst', so Karl-Heinz Grasser laut Einvernahmeprotokoll. "Im Dezember sind es weitere 330.000 Euro geworden und im Jänner oder Februar sind es weitere 70.000 Euro geworden und dann waren die 500.000 Euro da. Dann haben wir mit der Geldveranlagung angefangen."
Soweit die Version Grassers. Die Version seiner Schwiegermama hört sich ganz anders an. Marina Giori-Lhota hatte bei ihrer Einvernahme im Mai 2011 anlässlich der bei ihr in Kitzbühel durchgeführten Razzia die Darstellung ihres Schwiegersohns in Abrede gestellt, wie aus dem Polizeibericht hervorgeht, der "Format" vorliegt.