Firma zahlte zwei Monate keinen Lohn

Die jetzige Wirtschaftskrise nutzte ein Firmenchef aus dem Bezirk Baden als Ausrede, um sich mit der Gehaltsauszahlung auffällig lange Zeit zu lassen. Robert Dorfmeister von der Arbeiterkammer NÖ warnt: Nach vier Monaten verfallen die Ansprüche.
Manche Betriebe dürften als Trittbrettfahrer der Krise versuchen, die Löhne zu drücken wo es nur geht, kritisiert Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Robert Dorfmeister unschöne Praktiken aus dem Bezirk. So müssen in einem Lebensmittelbetrieb die Mitarbeiter förmlich um das ihnen zustehende Geld bitten, wenn nicht betteln. Dorfmeister: Dann gibt es einen sogenannten Vorschuss, obwohl Löhne bis zu zwei Monate im Rückstand sind.

Für die Arbeitnehmer in dieser Branche ist Zuwarten mit einem hohen Risiko verbunden: Nach vier Monaten verfallen die Ansprüche, wenn sie nicht schriftlich geltend gemacht worden sind. Wer sich zu lange vertrösten lässt, sieht am Ende womöglich gar kein Geld und hat gratis gearbeitet, warnt Dorfmeister und rät allen, so schnell wie möglich zur Beratung in die Arbeiterkammer-Bezirksstelle zu kommen.

Seit Jahresbeginn hat die Bezirksstelle für 153 Betroffene Löhne und Gehälter eingefordert. Leider lassen es viele der Betriebe auf eine gerichtliche Auseinandersetzung ankommen, so Bezirksstellenleiter Dorfmeister. Bis Juni mussten 100 Fälle dem zuständigen Rechtsschutzbüro in Wiener Neustadt übertragen werden, das die Klagen dann beim Arbeitsgericht einbringt. Insgesamt konnten im Bezirk Baden 305.798 Euro an Entgeltzahlungen erreicht werden.

Elisabeth Czastka
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