Politik

Firmen sollen einen Extra-Euro pro Überstunde zahlen

Heute Redaktion
14.09.2021, 14:37

Vorige Woche hat SPÖ-Sozialminister Rudolf Hundstorfer eine Begrenzung der Überstundenzahl gefordert, jetzt schlägt auch der ÖGB eine Maßnahme im Zusammenhang mit der hohen Überstundenzahl in Österreich vor. Im Kampf gegen die Rekordarbeitslosigkeit will die Gewerkschaft den Arbeitgebern eine Art Straf-Euro für Mehrarbeit abknöpfen.

In Österreich werden jährlich 270 Millionen Überstunden geleistet. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit plädiert der ÖGB dafür, dass Unternehmen für jede Stunde Mehrarbeit zusätzlich einen Euro an den Staat abführen. Dieses Geld soll im Gesundheits- und Arbeitsmarktbudget landen. Denn während die einen mit unterbezahlten Teilzeitjobs abgespeist werden, müssten andere haufenweise Überstunden machen, so ÖGB-Sekretär Bernhard Achitz. Er verlangt Jobs, von denen man leben kann.

Arbeiterkammerpräsident Rudi Kaske Kaske fordert weniger Zweckbindungen beim AMS-Budget. In seinen Augen schränken sie die Handlungsfähigkeit des Arbeitsmarktservices ein und behindern einen effizienten Einsatz der Gelder. Mit diesen Vorschlägen wollen die Arbeitnehmervertreter in den Arbeitsmarktgipfel gehen, den ÖVP-Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner vorgeschlagen hat. Termin für den Gipfel gibt es noch keinen.

Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund halten wenig von diesen Ideen. Laut WKÖ werden die meisten Überstunden sowieso in Branchen geleistet, in denen die Arbeitslosigkeit äußerst niedrig ist. Außerdem seien Überstunden für Unternehmen bereits teuer, für Arbeitnehmer dagegen sehr lukrativ, glauben die Kämmerer.

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