Politik

Fischer will künftig neue Minister vor Eid treffen

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:24

Bundespräsident Heinz Fischer will auch in Zukunft neue Regierungsmitglieder vor ihrer Angelobung zum Gespräch bitten. Auf diese Weise könnte er Kandidaten mit problematischen Ansichten ablehnen, so das Staatsoberhaupt. Bei der Regierungsbildung vor wenigen Tagen hatte er alle Anwärter erstmals zu sich gebeten.

Bundespräsident Heinz Fischer will auch in Zukunft neue Regierungsmitglieder vor ihrer .

Seine Initiative, neue Regierungsmitglieder vor deren Angelobung zu sprechen, hat sich seiner Ansicht nach bewährt. Er will das auch künftig tun: "Ich habe es als sehr nützlich empfunden, mit den künftigen Regierungsmitgliedern in Ruhe zu reden, über ihre Biografie, ihre berufliche Situation, ihre Einschätzung bestimmter für das Ressort wichtiger Themen. Ich sehe keinen Grund, warum man auf diese Information aus erster Hand bei der nächsten Regierungsbildung - oder beim nächsten Ministerwechsel - verzichten soll."

Problemfälle ablehnen

Hätte einer der "Neuen" beim Gespräch Auffassungen an den Tag gelegt, die nicht mit dem Amt vereinbar wären, hätte er diese Person "natürlich" abgelehnt, bekräftigt Fischer: "Es hat ja niemand einen Rechtsanspruch darauf, zum Regierungsmitglied ernannt zu werden. Wenn der Bundespräsident zur Überzeugung kommt, dass jemand als Regierungsmitglied eindeutig nicht geeignet ist, dann hat er nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, zu sagen, hier muss es noch bessere Kandidaten geben."

Demokratiereform überlegen

Als "sinnvoll und unterstützenswert" lobt Fischer den Plan der Regierung, die Vorzugsstimmenhürden auf 9 bzw. 5 Prozent zu senken. Auch die beabsichtigte Einsetzung einer Enquete-Kommission in Sachen Demokratiereform hält er für "vernünftig". Fischer hatte Kritik an den ursprünglichen Überlegungen für eine Automatik von Volksbefragungen geübt - eine "problematisch konstruierte plebiszitäre Demokratie", wie er sagt.

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