Fischerstreit droht zu eskalieren – Marine losgeschickt

Streit um Fischereirechte: Französische Fischer demonstrieren vor dem Hafen von St. Helier auf der britischen Insel Jersey.
Streit um Fischereirechte: Französische Fischer demonstrieren vor dem Hafen von St. Helier auf der britischen Insel Jersey.SAMEER AL-DOUMY / AFP / picturedesk.com
Die britische Insel liegt nahe am französischen Festland. Nun ist sie im Zentrum eines Streits um Fischereirechte. Die Situation droht zu eskalieren.

Französische und englische Fischer sind beide verärgert über die Regierung der britischen Insel Jersey. Diese hatte in den vergangenen Tagen die Vergabe von Fischereirechten neu geregelt.

Rund 50 französische Boote protestierten am Donnerstagmorgen vor der Insel. Weil ihnen dabei auch britische Fischerboote begegnen, könnte die Lage eskalieren. Auf Bildern aus dem Ärmelkanal sind mehrere dutzend Boote zu sehen, zum Teil werden auch Leuchtpetarden abgefeuert.

Der britische Premierminister Boris Johnson hat zwei Kontrollboote der britischen Marine in die Gegend geschickt.

Frankreich droht, den Strom abzuschalten

Die Lage ist bereits seit Tagen angespannt. Von französischer Seite drohte man gar damit, der Insel mit ihren knapp 100.000 Einwohnern den Strom abzustellen. Die Gemeinden auf Jersey beziehen rund 95 Prozent des Stroms aus Frankreich. Das französische Festland ist nur 22 Kilometer entfernt, während man bis zum nächsten Hafen in England – der Stadt Pool – mit dem Schiff 4,5 Stunden unterwegs ist.

"Auch wenn ich bedauere, dass es soweit gekommen ist, würden wir es tun, wenn wir müssten", erklärte ein Regierungssprecher gegenüber "The Mirror".

Seit vergangener Woche müssen Fischer – sowohl Briten als auch Franzosen – ein Gesuch einreichen, in dem sie darlegen, wie lange sie schon in den Gewässern fischen. Diese Neuerung halten die französischen Fischer für unfair.

Die Engländer selbst befürchten hingegen, dass ihnen die Konkurrenz vom Kontinent die Gewässer leerfischen könnte. Sollte die eigene Regierung nicht standhaft bleiben, würden sie künftig illegal fischen, erklärten einige lokale Fischer der Zeitung "The Mirror".

Hinter den Auseinandersetzungen stehen neue Fischerbeschränkungen in Großbritannien, die im Rahmen des Brexit entstanden sind. Die beiden Regierungen haben bekanntgegeben, miteinander im Dialog zu stehen, um eine gemeinsame Lösung zu finden.

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