Fischotter: WWF zieht gegen Land NÖ vor Gericht

40 Fischotter dürfen in NÖ "entnommen" werden.
40 Fischotter dürfen in NÖ "entnommen" werden.Bild: iStock
Die Tierschützer laufen weiter Sturm gegen den Bescheid des Landes, der den kontrollierten Abschuss von Fischottern in NÖ genehmigt.

WWF und ÖKOBÜRO bringen am heutigen Montag Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht gegen den umstrittenen Fischotter-Bescheid der Niederösterreichischen Landesregierung ein. Denn der Bescheid, der besagt, dass bis Sommer 2018 40 Fischotter entnommen (also getötet) werden dürfen verstößt laut den Umweltorganisationen gegen geltendes EU-Recht.

Möglich ist die Beschwerde beim Landesverwaltungsgericht, weil anerkannten Umweltorganisationen kürzlich bei bestimmten Themen Parteienstellung zuerkannt wurde. "In Zukunft müssen wir als Partei in wichtigen Natur- und Artenschutzverfahren gehört werden und können uns so noch besser für den Fischotter und andere geschützte Arten einsetzen. Solche aus unserer Sicht rechtswidrigen Abschüsse dürfen sich nicht wiederholen," sagt WWF-Expertin Christina Wolf-Petre.

Fehlende Datengrundlage?

Der Bescheid sei laut WWF nicht nur EU-gesetzeswidrig, sondern auch nicht im Sinne der Bürger. Er hätte außerdem nicht ausgestellt werden dürfen, weil die Datengrundlage "völlig unzureichen" war, meinen die Tierschützer und hoffen auf deshalb auf Erfolg. Kritik gibt es auch daran, dass die geschützten Tiere von Jägern getötet werden, das sei laut Gesetz eigentlich nur Tierärzten erlaubt.

"Es wird unsere Fischbestände nicht retten, wenn man eine aus der Luft gegriffene Anzahl von Fischottern entfernt. Viel wichtiger ist es, gemeinsam an nachhaltigen Lösungen zu arbeiten, denn der bedauerliche Rückgang der Fischfauna hat viele andere Gründe", so Wolf-Petre. So müsse die Fischerei nachhaltig und naturverträglich gestaltet werden und es brauche vermehrte Anstrengungen zur ökologischen Verbesserung der Flüsse.

In Kärnten, das kürzlich Fischotterentnahmen beschlossen hat, prüft der WWF jetzt ebenfalls rechtliche Schritte gegen die Verordnung. "Wir beobachten auch die Entwicklungen beim Fischotter in der Steiermark, Salzburg und weiteren Bundesländern genau", kündigt Wolf-Petre an.



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