Hurraaaa! André Heller rettet den Kasperl!

Krawuzikapuzi! Jetzt ist das Geheimnis gelüftet: Der neue Chef von Kasperl und Pezi heißt André Heller. "Heute" war live dabei.
Aufgeregt waren nicht nur Kasperl und Pezi. Denn: Nach dem Bangen um das Puppentheater in der Urania ging alles gut aus: 27 Bewerber, die die Pensionierung von Kasperl verhindern und den Puppen neues Leben einhauchen wollen, meldeten sich bei Noch-Theater-Direktor Manfred Müller, der sich Ende April nächsten Jahres in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden wird.

Jetzt steht fest, wer die Bühne mitsamt ihren 400 Handpuppen übernehmen wird.

Manfred Müller, der das Puppentheater in der Urania seit 1973 führt, präsentiert heute, Freitag, seinen Nachfolger – wer ist es, dürfte nicht nur den Kasperl überraschen: André Heller rettet den Kasperl!

Universal-Künstler André Heller ist neuer Kasperl-Chef

Der Sänger, Aktionskünstler und Autor André Heller hat damit sein nächstes großes Projekt – nach Mega-Veranstaltungen wie "Afrika! Afrika!" und zuletzt der Eröffnung seines "Anima Gartens" bei Marrakesch und der Neugestaltung eines Raums für "Heroes of Peace" in den Swarovski Kristallwelten.

CommentCreated with Sketch.48 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Wie der Universal-Künstler seine Rolle als neuer Kasperl-Chef und Eigentümer des Urania-Puppentheaters anlegen wird? Wir sind gespannt!

Wie eine "richtige" Kasperl-Vorstellung startet die Präsentation des neuen Kasperl-Chefs für die Presse, stilgerecht plaudern Kasperl und Pezi miteinander. "Der Alte geht ja in Pension", sagt der Kasperl. "Und jetzt haben wir gedacht, wir müssen auch in Pension gehen." Aber: "Jetzt ist ein neuer Verbündeter aufgetaucht". Ob das Publikum wissen will, wer das ist? "Ja!"

Der Pezi sagt noch das Schluss-Sprücherl: "Liebe Kinder, liebe Leute, unser Spiel ist aus für heute. Jetzt müssen wir nach Hause gehn. Und Pezi - geht jetzt zum Buffet."

Aber, so der Kasperl: "Jetzt kommts, gleich kommt er!"

"Es war nicht leicht", so der "alte" Chef Müller. 26 Angebote sind eingegangen. "Ich lasse mein Bauchgefühl entscheiden."

Und, jetzt ist es soweit: André Heller ist es!

"Ich habe das Herz sprechen lassen", so Müller. "Wenn man hier hereinkommt, betritt man eine andere Welt." Und: Im Urania-Puppentheater sei eine "Kultur der Herzen" zu Hause. Ihm war "wichtig, nicht nur, dass es funktioniert, sondern, dass es lebt."

Heller: "Kasperl war mein Verbündeter"

"Sobald ich gehen und halbwegs denken konnte, bin ich mit dem Kindermädel ins Kasperltheater gegangen, war leidenschaftlich involviert."

Das "Großartige" am Kasperltheater, seien die "Zwischenrufe" Dann kam Heller als Sechsjähriger in ein Internat in die Schweiz. "Ich war dort das heimatloseste Kind, das man sich vorstellen kann. Was ich mitgehabt habe – als einzigen Trost, war eine Kasperlpuppe."

"Ich habe dort immer mit dem Kasperl geredet, und ob Sie das glauben oder nicht – der Kasperl hat mir geantwortet. Das war großartig, er war mein Verbündeter", so Heller. "Der Kasperl hat immer zu mir gehalten ist mit mir ins Exil gegangen."



"Kostbares Kulturgut"

Das Kasperltheater sei die erste Motivation für Kinder, ins Theater zu gehen. "Natürlich ist aus diesem Grund das Kasperltheater eine großartige Brücke, um ins Theater gehen zu wollen. Das ist ein wertvolles, in jeder Nuance kostbares Kulturgut, undenkbar, dass das verschwindet."

"Mein Sohn war hier, ich war hier, der ältere Enkel hat gesagt: Der Nonno wird das verhindern", so Heller. Sein Enkel hatte "Vertrauen, dass das nicht passieren wird."

"Ich habe mich dann beworben, bin dankbar und hocherfreut, dass das jetzt ein paar hundert Jahre in meiner Familie bleiben wird. Die nächsten 150 Jahre sind absolut gesichert." Heller sei erstaunt gewesen, was es an Interesse und "Medien-Vulkanität" gegeben hat. Aber: "Bleiben Sie dem treu und seien Sie sich bewusst, dass das Interesse für das Gesamt-Theater" die Basis bilde.

Müller, der das Kasperltheater seit 1973 geführt hat, sagt: "Ich habe schon die vorige Saison nur mit Arzt und Chiropraktiker überlebt." Denn: Es war ja eine "Ein-Mann-Show", Müller spielt selbst, Bühne und Co. mussten neu gebaut werden. Tage und Nächte durchzuarbeiten "geht nicht mehr".

Heller stellt klar: "Ich fange nicht an, Kasperltheater zu spielen, werde vielleicht einspringen, wenn alle Stricke reißen." Ein neuer Kasperl sei schon in Aussicht und ab Jänner im Einsatz.

Müller: "Verinnerlichung einer Figur" wichtig

Müller erklärt die Schwierigkeit: "Man kann einen König oder eine Prinzessin besetzen. Aber bestimmte Charaktere kann man nicht besetzen – da muss man das Wesen aufnehmen. Man spielt nicht die Figur, man ist das." Die "Verinnerlichung einer Figur" sei wichtig.

Heller: "Der Kasperl und ich, wir gehören zusammen"

"Ich bin jetzt 71 Jahre alt, überlege mir ganz genau: Wofür zahlt es sich aus, dass ich meine Kraft einsetze?", so Heller. "Ich denke mir: Der Kasperl und ich, wir gehören irgendwie zusammen. Es war bestimmt."

"Meine Mutter hätte gesagt: Denken hätt man sichs können, aber dass ihr doch noch zueinander gefunden habt – da schließt sich der Kreis", so Heller.

Auch der Chef der Wiener Volkshochschulen Herbert Schweiger freut sich: "Der Kasperl gehört zu Wien, genauso, wie André Heller zu Wien gehört."

Vertrag wurde heute, Freitag, unterschrieben

Die laufende Saison bis April 2019 spielt noch Manfred Müller, ab dann ist der neue Kasperl "in Amt und Würden", so Müller. Das neue Programm für die kommende Saison 2019/2020 werden André Heller und Manfred Müller gemeinsam entwickeln. "Obwohl es ein kleines Theater ist, ist es doch ziemlich umfangreich", so Müller. Der Vertrag wurde heute, Freitag, unterschrieben, Heller ist der neue Eigentümer. Die Kosten: 100.000 Euro plus Umsatzsteuer. Und: Es heißt weiterhin: "Wiener Urania, Kasperl und Pezi Puppentheater", beruhigt Müller. "Ich habe mein Herzblut hineingelegt. Das Wichtigste was wir tun können, ist, das den Kindern zu geben", so Müller. Und: "Die Zukunft fängt jetzt an."

Kasperltheater als "Zauberspiel der Verwandlung"

Reaktionen beim Kasperltheater seien "das Engagierteste, Leidenschaftlichste", so Heller – von dem man sich nur wünschen könne, "dass es den Kindern erhalten bleibt. "Das Gute an einer guten Show ist: Am Ende geht man raus und es war großartig", so Heller. Das sei beim Kasperltheater auch schon so. "Die Kinder solidarisieren sich mit einer Figur, Feindbilder werden auch wieder aufgelöst, das ist ein Zauberspiel der Verwandlung", so Heller. "Kommen Sie her, es gibt keine Ermäßigungen für Erwachsene, bringen Sie ihre Kinder, Enkel und Nachbarskinder mit", der eine "große Hingabe ans Theater" ankündigt und "Krawuzikapuzi"!

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