Flächenvergabe am Wiener Donaukanal entschieden

Bild: Sabine Hertel (Symbol)
Die Vergabe der sechs Flächen, für die heuer der Vertrag ausläuft, wurde nun abgeschlossen. Nur zwei Flächen bekommen neue Pächter.

Weil mit Oktober 2018 für sechs Flächen am Wiener Donaukanal die Pachtverträge auslaufen, wurden diese im vergangenen Jahr neuausgeschrieben. Bei den sechs Flachen handelt es sich um den Tel Aviv Beach, das Feuerdorf, die Adria Wien, Badeschiff Vorkaiflache, Central Garden und die Hafenkneipe. Rund 50 Interessenten hatten sich an der Ausschreibung beteiligt, nun wurde die Vergabe entschieden.

Nur Adria Wien und Vorkaifläche Badeschiff mit neuen Pächtern

Mit Ausnahme des Pachters des Badeschiffs und der Adria Wien, Gerold Ecker, haben sich alle aktuellen Betreiber um eine Flache beworben. Und so bleiben die Adria Wien und das Vorkaifläche beim Badeschiff die einzigen Flächen, die nun neue Pächter bekommen. Die Adria Wien wird künftig von der neugegründeten Vienna Waterfront GmbH betrieben, die Vorkaifläche wurde dem Cafè Fräulein's von Stephanie Edtstädtler zugesprochen.

Die Fläche beim Tel Aviv Beach wird weiterhin geht an die L.I.B. GmbH der Gastronomenfamilie Molcho. Das Feuerdorf bleibt bei der Feuerdorf GmbH, der Central Garden wird wie bisher vom Verein Central Garden bespielt und auch die Hafenkneipe bleibt in den Händen der bisherigen Pächterin Karin Guttmann.

Neuausschreibung nach RH-Kritik

Anlass fur die Ausschreibung war auch die Kritik des Rechnungshofes, wonach die bestehenden Pachtvertrage teils zu gunstig vergeben worden seien und die Vergabe intransparent erfolgt sei.

Hinter der Ausschreibung steht als Grundeigentumer die Donau Hochwasserschutz Konkurrenz (DHK). Sie besteht aus den drei Kurien Bund, Land Niederosterreich und Stadt Wien. Fur die siegreichen Projekte sind 10-Jahres-Vertrage vorgesehen.

Die rund 50 Einreichungen wurden über den Sommer von einem interdisziplinär besetzten Expertengremium geprüft und bewertet, die Letztentscheidung uber die Vergabe der Flachen erfolgte durch die DHK.

Beim Auswahlverfahren durch die Personenkommission sei darauf Bedacht genommen wurden, dass der Erholungsraum mit umfangreichen Grunbereichen erhalten bleibe und sich die kommerzielle Nutzung mit frei zuganglichen Erholungsflachen abwechsle, heißt es in einer Aussendung der DHK. Ebenso sei auf kulturelle Vielfaltigkeit und Diversitat im gastronomischen Angebot hochster Wert gelegt worden. Dazu sei von den Bewerbern Kriterien der Nachhaltigkeit, Innovation, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit eingefordert worden.

"Genug Raum ohne Konsumzwang"

"Mit der Neuvergabe wird den Empfehlungen des Rechnungshofes gefolgt, der eine transparente und offentliche Interessentensuche eingefordert hat: Mit dem nun vorliegenden Ergebnis ist eine weitere, positive Entwicklung des Donaukanals prognostiziert. Mit der Entscheidung der DHK ist sichergestellt, dass der Donaukanal auch in Zukunft ein vielfaltiges und hochwertiges gastronomisches sowie kulturelles Angebot in unterschiedlichen Preisklassen bieten wird", betont die DHK via Aussendung.

Zusätzlich wird versprochen, dass es auch in Zukunft genug Raum ohne Konsumzwang geben werde: "Der Mix aus Freiflachen und Gastronomie macht das besondere Flair des Donaukanals aus – jetzt und in Zukunft. Denn jede Wienerin und jeder Wiener soll den personlichen Wohlfuhlbereich am Donaukanal finden konnen", betont die DHK.

Mehrere Klagen gegen DHK weiter anhängig

Der bisherige Betreiber der Adria Wien und des Badeschiff, Gerold Ecker kämpft indessen weiter gegen die DHK. Der Gastronom hatte mehrere Klage, darunter auf Feststellung und Unterlassung der Ausschreibung und wegen der Ausschreibung der Vorkaifläche eingebracht. Diese sind weiter anhängig, im Herbst sollen weitere Gerichtstermine stattfinden.

Ecker hatte gegen die, aus seiner Sicht "gleichheitswidrigen Interessenssuche" geklagt, die pro Pächter nur mehr eine Fläche zuließ. (lok)

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