Politik

Bizarre Störgeräusche plagen neuen Nationalratssaal

Der Umbau des Parlaments soll im Herbst abgeschlossen sein. Eröffnet wird aber wohl ohne den Nationalratssaal. Dort kämpft man noch mit der Akustik.
Roman Palman
30.04.2022, 15:48

Nach der aktuellen Bau-Tagung am 29. April informierte die für die Projektabwicklung verantwortliche Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), dass die Generalsanierung des Parlaments "in die Endphase" gehe und "im Herbst abgeschlossen" werde.

Von außen bereits sichtbar: Die Dachsanierung und auch Fassadenarbeiten sind fertiggestellt. Restauriert und neu vergoldet wurde auch der Pallas-Athene Brunnen mit der Siegesgöttin Nike.

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Status quo

Neben der Fertigstellung der noch offenen Restbauleistungen läuft in mehreren Bausektoren bereits die Inbetriebnahme. Das Gebäude sei "mit allen technischen Raffinessen ausgestattet", so die BIG weiter. Diese gelte es nun mit einer Feinjustierung abzuschließen.

Flatterecho im Nationalratssaal

Umfangreiche Tests der sicherheitstechnischen Einrichtungskomponenten stehen in den nächsten Monaten noch am Programm. Gleiches gilt für die Akustik. Insbesondere im Nationalratssaal mit der neuen großen Glaskuppel, die einen Durchmesser von 28 Metern und eine Fläche von 550 m² aufweist, steht man hier vor einer Herausforderung. 

Dort wo bald wieder politische Debatten toben sollen, wird aktuell noch auf akustischer Ebene gekämpft. In dem riesigen Raum gibt es nämlich ein sogenanntes Flatterecho, das unbedingt beseitigt werden muss. Auch die BIG meldet: "Hier sind noch Nachbesserungsarbeiten erforderlich."

Wie sich so ein Flatterecho anhört, zeigt dieses Video:

Nicht alles wird bis Herbst fertig

Aus heutiger Sicht geht die BIG davon aus, dass das Gebäude – allerdings ohne Nationalratssaal – im Herbst 2022 an die Parlamentsdirektion übergeben werden kann. Der Parlamentarische Sitzungsbetrieb solle ab Anfang 2023 möglich werden.

Durch die Corona-Pandemie habe es auch auf der Parlamentsbaustelle laufend Lieferengpässe und Personalausfälle gegeben, die auch die Gesamtkosten in die Höhe getrieben habe. Die 2020 einstimmig beschlossene Erhöhung der 2014 angepeilten Kosten um 20 Prozent konnte aber eingehalten werden. Die aktuelle Obergrenze liegt bei 423 Millionen Euro.