Fleischer bezahlte seine Mitarbeiter mit Wurst

Ein Fleischereibetrieb im Weinviertel soll Mitarbeiter im Herbst statt mit Geld mit Wurst- und Fleischwaren bezahlt haben.

Seit Oktober hätten zumindest acht Beschäftigte keinen Lohn mehr gesehen, mit Jahresende wurden sie gekündigt. Erst diese Woche wendeten sich die Betroffenen an die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ), die den Fall daraufhin übernahm, teilte diese in einer Aussendung mit. Der Betrieb hat nun bis 19. Februar Zeit, auf das Interventionsschreiben zu reagieren. Andernfalls werde man klagen, wurde angekündigt.

"Für Oktober hab ich zwar eine Lohnabrechnung, aber keine Zahlung erhalten. Auf den Lohn im November habe ich eine Stange Wurst im Wert von 9 Euro erhalten. Für Dezember wurde ich mit Fleischwaren im Wert von 256 Euro abgespeist", berichtete ein 29-Jähriger der AKNÖ. Kollegen schilderten Ähnliches, eine Mitarbeiterin etwa sei mit Schweinefleisch im Wert von 1.423 Euro "bezahlt" worden - sogar mit penibler Rechnung, was sie erhalten habe.

"Die Vorgangsweise ist klar illegal. So etwas haben wir noch nicht erlebt", empörte sich Arbeitsrechtsberater Kurt Zach. "Löhne und Gehälter müssen in diesem Land in Geld bezahlt werden. Punktum. Wenn ein Arbeitgeber das nicht kann, muss er eben Insolvenz anmelden." Das sei bisher aber nicht passiert. Ob noch Mitarbeiter in dem Betrieb beschäftigt sind, ist der AKNÖ nicht bekannt.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen