Bitteres Ende einer langen Mitgliedschaft bei einer Feuerwehr in Niederösterreich: Wie der ORF NÖ berichtet, soll ein 48-Jähriger aus dem Bezirk Hollabrunn von 2011 bis 2021 Feuerwehrgelder im Ausmaß von rund 30.000 Euro unterschlagen und veruntreut haben.
Was mit dem Geld geschehen ist und woher er es genau genommen haben soll, werde derzeit ermittelt. Dem Mann drohen im Falle einer Verurteilung wegen Veruntreuung auf Grund der hohen Summe, um die es sich handeln soll, bis zu drei Jahre Haft.
Die Feuerwehren in Niederösterreich sind "Körperschaften öffentlichen Rechts", sie haben einen gesetzlichen Auftrag und sind Teil des Katastrophenschutzes. Finanziert werden Einsatzfahrzeuge und Ausrüstung teils über Gemeinden und das Land, die Florianis sind aber auch selbst dazu verpflichtet, Geld zu beschaffen.
Neben der Verrechnung von Einsätzen wie beispielsweise Brandmelder-Auslösungen in Betrieben oder Fahrzeugbergungen ohne Personenschaden, wird hier meist über Spendensammlungen Geld generiert. Die Mitglieder selbst engagieren sich ehrenamtlich, also unentgeltlich.
§ 133 StGB Veruntreuung
(1) Wer ein Gut, das ihm anvertraut worden ist, sich oder einem Dritten mit dem Vorsatz zueignet, sich oder den Dritten dadurch unrechtmäßig zu bereichern, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen.
(2) Wer ein Gut veruntreut, dessen Wert 5 000 Euro übersteigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, wer ein Gut im Wert von mehr als 300 000 Euro veruntreut, mit Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren zu bestrafen.
Quelle: jusline.at
Besonders prekär: Bei dem Beschuldigten soll es sich zudem um einen Mitarbeiter der Landespolizeidirektion Niederösterreich handeln. Dies wurde seitens der Exekutive gegenüber "ORF NÖ" auch bestätigt, disziplinäre Maßnahmen seien bereits in Vorbereitung. Man wolle aber noch den Ausgang des Ermittlungsverfahrens abwarten, heißt es.