Österreich

Floridsdorf: Angst vor Flüchtlingen und Rechten

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:56

Aufregung und Irritation am Dienstag beim Start der Bürgerversammlung in Floridsdorf: Statt der erwarteten Podiumsdiskussion gab es 14 Info-Stände zu den Asylquartieren im Bezirk.

"Uns ist wichtig, Ängste zu nehmen", eröffnete Bezirkschef Georg Papai (SPÖ) um 17 Uhr das Info-Event vor 400 Anrainern im Floridsdorfer Haus der Begegnung.

Er erntete Buh-Rufe und Schreie: "Wir wollen keine Asylantenheime." Die FPÖ hielt Taferln mit "Stoppt das rot-grüne Asylchaos" hoch, die rechten Identitären verteilten vor der Versammlung Flyer. Nach 15 Minuten Einleitung luden Caritas und Co. bis 20 Uhr zu Gesprächen in kleinen Gruppen.

"Massenquartiere funktionieren nicht", kritisiert Gabriele K. (47) das . Claudia K. (56) befürchtet hingegen, dass die Stimmung kippt: "Ich finde die Angstmacherei bedrohlich. Hier sind viele Flüchtlingskinder untergebracht, die Hilfe brauchen."

"Wir haben uns bemüht, Fragen zu beantworten", so Papai.

Das sagen die Floridsdorfer Bürger

Karin K., 50, Sozialarbeiterin: "In Floridsdorf sind viele Kinder und jugendliche Flüchtlinge untergebracht. Es ist ein Wahnsinn, dass gegen sie Stimmung gemacht wird. Da werden die Leute manipuliert."

Benjamin K., 20, im Gebäudeservice tätig: "Ich arbeite in der Nähe des Quartiers Siemensstraße. Es ist alles ruhig, die Kinder spielen im Hof. Dort wurden Hakenkreuze an die Wände geschmiert. Das macht mir Angst."

Renate G., 50, Sekretärin: "Meine Tochter hat mich gefragt, was sie im Sommer anziehen soll, damit sich niemand provoziert fühlt. Das macht mir Angst. Vieles ist schwer mit unserer Kultur zu vereinbaren."

Heinz C., 70, Pensionist: "Mein Sohn wurde schon einmal in der U-Bahn belästigt. Ich habe keine Angst, aber ein Unbehagen, was meine Kinder betrifft. Ich habe mir eine Gaspistole gekauft."

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