Wilde Verfolgungsjagd in der Wiener Leopoldstadt! Am Sonntag gegen 17.30 Uhr sorgte ein Mann am Wiener Praterstern für einen kuriosen Polizeieinsatz. Eine Zeugin alarmierte die Polizei, nachdem sie beobachtet hatte, wie ein Mann mit einem Werkzeug versuchte, das Schloss eines E-Scooters aufzubrechen.
Beamte eilten sofort zum Bahnhofsvorplatz und entdeckten dort einen Verdächtigen, auf den die Personenbeschreibung der Zeugin zutraf. Als der 28-Jährige die Polizisten bemerkte, ergriff er umgehend zu Fuß die Flucht.
Es folgte eine Verfolgungsjagd, die schließlich ein überraschendes Ende nahm. Der mutmaßliche Dieb rannte über mehrere Fahrstreifen des Pratersterns in Richtung Anita-Müller-Cohen-Platz und ignorierte wiederholte Aufforderungen stehenzubleiben.
Um den Flüchtenden zu stoppen, gab einer der Beamten einen Schreckschuss in den weichen Boden ab. Verletzt wurde dabei niemand, auch Sachschaden entstand keiner. Davon unbeeindruckt setzte der Mann seine Flucht fort, sprang im Bahnhofsbereich über eine sieben Meter hohe Lärmschutzwand.
Kurz darauf saß der Mann jedoch in luftiger Höhe von vier Metern fest und konnte weder vor noch zurück – denn sowohl unten als auch oben warteten Exekutivbeamte auf ihn. Für die Polizisten dürfte die Flucht damit ein eher amüsantes Ende genommen haben. Unterdessen rückten die WEGA, Berufsrettung und die Florianis aus. Nach zehn Minuten gab der 28-Jährige dann auf und kletterte das restliche Stück nach oben.
Dem Tatverdächtigen blieb schließlich kein Ausweg mehr und so klickten für ihn vorläufig die Handschellen. Im Nahbereich des Tatorts entdeckten die Beamten den Rucksack des 28-jährigen slowakischen Staatsbürgers.
Darin fanden sich mehrere Schneidezangen. Ein Polizeidiensthund spürte außerdem das mutmaßliche Tatwerkzeug – einen Bolzenschneider – auf. Der Mann befindet sich derzeit in polizeilichem Gewahrsam.