Flüchtende Mama gebar Weihnachtsbaby auf Boot

Bild: Marina Militare

Die junge Kate aus Nigeria ließ ihren Mann und zwei Söhne in Algerien zurück und stieg hochschwanger und mit ihrer 15 Monate alten Tochter auf ein Boot, um die Flucht nach Italien zu wagen. Auf dem Schiff setzten die Wehen ein. Die Geburt des kleinen Testimony Salvatore rührt ganz Italien von Turin bis Palermo.

Inzwischen erholen sich Mutter und Sohn in einem Krankenhaus von den Strapazen der Überfahrt und der Entbindung. Testimony wurde am ersten Weihnachtsfeiertag, 20 Minuten vor Mitternacht, auf hoher See geboren.

Mama Kate gab dem Buben den Namen Savatore (Retter, Heiland)

Testimony Salvatore wog bei der Geburt gerade einmal 2,7 Kilogramm. Die italienische Marine hatte seine aus Nigeria stammende Mutter am Donnerstagabend mit anderen Bootsflüchtlingen im Mittelmeer aufgegriffen und auf die "Etna" gebracht, die zur sizilianischen Hafenstadt Messina fuhr. Aus Dankbarkeit für den ärztlichen Beistand bei der Geburt erhielt Testimony den italienischen Zusatznamen Salvatore (auf Deutsch: Retter, Heiland).

Hochschwangere war zwei Monate auf der Flucht

Kate erzählte Reportern, dass sie ihre Heimat vor zwei Monaten verlassen habe. Am 23. Dezember bestieg sie mit ihrer 15-monatigen Tochter an der libyschen Küste hochschwanger ein Boot in Richtung Europa. Ihren Mann und die beiden sechs und zehn Jahre alten Söhne ließ sie in Algerien zurück.

Ärztin begeistert von "großartiger" Frau

"Die Dame war großartig", sagte die Frauenärztin Maita Sartori, die bei der Geburt assistierte. "Sie hat alles selbst gemacht. Das Einzige, was wir zu tun hatten, war da zu sein, den Geburtsvorgang zu überwachen und auf Englisch mit ihr zu reden." Kate äußerte sich den Medien zufolge überglücklich über ihren kleinen Sohn. Zunächst habe sie "richtig Angst" gehabt, aber am Ende sei "alles gut gelaufen."

Polizei jagt "Superboss" der Schlepper in Ägypten

Die Zeitung "Corriere della Sera" berichtete unterdessen, als Drahtzieher der Flüchtlingsüberfahrten im großen Maßstab hätten italienische Ermittler nach dem Abhören von Mobiltelefonaten einen 32-jährigen Ägypter namens Ahmed Mohammed Farrak Hanafi ausgemacht. Auf Ersuchen Italiens hätten sich nun die ägyptischen Behörden den "Superboss" vorgeknöpft. Für die gefährliche Überfahrt von Libyen nach Europa muss jeder Flüchtling oft mehrere tausend Dollar an die Fluchthelfer oder Schlepper bezahlen.

 

Tra i 900 immigrati a Messina anche bimbo nato a Natale, Testimony Salvatore -
— ITMBattipaglia (@sudtv)

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