Die sächsische Stadt Freiberg hat 1.700 Flüchtlinge aufgenommen. Auf den Kosten will der Bürgermeister aber nicht sitzen bleiben: Er schickte Merkel eine Rechnung.
Über diese Post wird sich Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel nicht sonderlich freuen: Der Bürgermeister der Stadt Freiberg, Sven Krüger (SPD), schickte an sie persönlich adressiert eine saftige Rechnung für die Flüchtlingsbetreuung. 736.000 Euro will der Ortschef für das Jahr 2016 - Aufwendungen für Ordnungsdienst, Integrationsbeauftragten, Lehrer und Sozialarbeiter.
Vier Prozent der Bevölkerung sind Asylwerber
1.700 Flüchtlinge sind in der mittelsächsichen Stadt untergekommen, das entspricht vier Prozent der Bevölkerung. Diese Menge verkraftet zu haben, macht den Bürgermeister stolz:
"Ich freue mich, heute sagen zu können, dass wir, gemessen an Quantität und Qualität in unserer Stadt, seit dem Ankommen der Flüchtlingsströme eine außerordentliche Unterstützungs- und Integrationsarbeit leisten", schreibt er laut "Welt" an Kanzlerin Merkel. Er nimmt die Regierungschefin beim Wort: "Sie haben mehrfach betont, dass es für die Finanzierung der Flüchtlingskosten weder Steuer- noch Schuldenerhöhungen geben wird und darüber hinaus keine zusätzlichen Belastungen auf die kommunalen Haushalte zukommen." Krüger schließt: "Ich bitte um Ausgleich der Kosten."
"Manchmal alleingelassen"
Im Kanzleramt wird lediglich bestätigt, dass der Brief eingegangen sei und zu gegebener Zeit beantwortet werde. Krüger macht sich offenbar ohnehin keine allzu große Hoffnungen: "Man fühlt sich schon manchmal alleingelassen mit den Problemen vor Ort."
(pl)