Flüchtlinge mit Babys auf Autobahn ausgesetzt

Schon wieder zwei Schlepper-Dramen auf einer Autobahn in Österreich! In der Nacht auf Samstag wurden 20 Flüchtlinge auf der Westautobahn in Oberösterreich einfach ausgesetzt. Die Flüchtlinge, darunter Kinder und zwei Babys im Alter von nur wenigen Monaten, wurden von den Schleppern auf der A1 bei Allhaming im Bezirk Linz-Land zum Aussteigen genötigt. 86 weiteren erging es Samstagvormittag auf der A1 bei Völlerndorf in Niederösterreich ähnlich. Sie rissen sogar Löcher ins Dach eines Klein-LKW, um völlig eingepfercht noch Luft zu bekommen.

In den letzten Wochen kommt es auf Autobahnen und vor allem auf Bahnhöfen und in Zügen in Österreich immer wieder zu derartigen Szenen. Der Schwerpunkt konzentriert sich aber auf den Osten Österreich, weniger auf Länder wie Oberösterreich.

In diesem Fall wollten die Schlepper mit den Flüchtlingen vermutlich nach Deutschland. In der Nähe von Linz scheint ihnen die Lage aber zu brenzlig geworden zu sein und sie ließen die Flüchtlinge einfach mitten auf der Autobahn stehen. Die alarmierte Rettung versorgte die Flüchtlinge mit Wasser.

Nachdem die ebenfalls verständigte Polizei die Menschen von der Autobahn geholt und alle Daten aufgenommen hatte, wurden die Flüchtlinge in ein Aufnahmezentrum gebracht.

86 Flüchtlinge bei St. Pölten aufgegriffen

Samstagvormittag war die Polizei dann in Niederösterreich ebenfalls auf der A1 erneut im Schlepper-Einsatz. 86 Flüchtlinge wurden bei Völlerndorf aufgegriffen. Darunter eine im achten Monat schwangere Frau, die ins Krankenhaus St. Pölten gebracht wurde. Die anderen Flüchtlinge waren erschöpft und dehydriert.

Bei ihnen handelt es sich laut ersten Informationen der Polizei um Iraker, Pakistani, Iraner und Afghanen. Sie wurden in einem Lkw transportiert. Der mutmaßliche Schlepper, der den Wagen gelenkt hatte, ist geflüchtet. Die Flüchtlinge wurden zum Roten Kreuz nach Melk gebracht und dort versorgt.

Als die Polizei die Flüchtlinge zusammengepfercht im Laderaum des Klein-Lkw entdeckte, dürften sie bereits seit zwölf Stunden ohne Pause unterwegs gewesen sein. Polizeisprecher Johann Baumschlager sprach von einer "fürchterlichen Situation". Die Flüchtlinge rissen Löcher in die Decke des Lasters, um Luft zu bekommen. Einige seien kollabiert. Von den 86 Personen waren 16 Kinder im Alter von fünf Monaten bis 14 Jahren.

20 Flüchtlinge auf Parkplatz bei Fischamend

Zuguterletzt musste die Polizei Samstagmittag auf einen Autobahnparkplatz auf der A4 Ostautobahn bei Fischamend ausrücken und rund 20 Flüchtlinge mit einem Autobus abtransportieren. Auch hier waren kleine Kinder darunter.

Seit Jahresbeginn wurden bereits 1.700 Flüchtlinge alleine in Niederösterreich aufgegriffen.

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