UN-Plan: Flüchtlinge von Libyen nach Ruanda?

Die UN soll einen Notfallplan unterstützen, um Tausende von Flüchtlingen aus dem vom Bürgerkrieg betroffenen Libyen nach Ruanda zu verlegen.
Laut "Financial Times" prüfen das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und die EU einen Notfallplan, um Tausende von Flüchtlingen aus den Lagern in Libyen nach Ruanda zu verlegen. Laut UN sollen sich rund 5.000 Migranten in den Flüchtlingszentren von Libyen aufhalten.

Krieg in Libyen verschärft Flüchtlingssituation



Bereits 2017 hat Ruandas Präsident Paul Kagame der UN den Vorschlag unterbreitet, insgesamt bis zu 30.000 afrikanische Migranten zu übernehmen - "um die in Libyen Gestrandeten in diesen schweren Zeiten zu unterstützen", so Kagame. Im Zuge eines Notfallplans sollen die ersten 500 Flüchtlinge schon demnächst umgesiedelt werden.

Die Gespräche haben sich in den letzten Wochen intensiviert, nachdem erst im Juli Dutzende Menschen bei schweren Gefechten in Tripolis (Libyen) ums Leben gekommen sind ("Heute.at" hat berichtet).

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Skeptiker sehen in der Umsiedelung von Tausenden Flüchtlingen nach Ruanda nur eine Alibi-Aktion. Die ehemalige Amnesty International-Mitarbeiterin Marwa Mohamed kritisiert in der "Financial Times", dass man damit das Problem nur von dem einen in das andere Land verschiebe. "Europa steht in der Pflicht, mehr Möglichkeiten für eine legale Migration zu schaffen, wie Umsiedlungen oder vorübergehende Arbeitsvisa. Nur so müssen sich diese Menschen nicht mehr in die Hände von Schmugglern und Menschenhändlern begeben und wir können dieses Problem nachhaltig lösen."

(jd)

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