Politik

"Österreicher jodeln durch die Gegend"

Das abgebrannte Flüchtlingslager Moria sorgt weiter für Wirbel. Nun attackiert ein EU-Kollege Österreich.

Heute Redaktion
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Jean Asselborn kritisiert Österreich.
Jean Asselborn kritisiert Österreich.
Screenshot YouTube

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hält Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) für den "Missetäter", der für das Scheitern der europäischen Flüchtlingspolitik verantwortlich sein soll. Das sagte der Politiker in der Talkshow der deutschen Moderatorin Sandra Maischberger.

"Österreich und vielleicht andere Länder schicken jetzt Dixi-Toiletten nach Lesbos und dann haben die Menschen wenigstens etwas, um ihre Notdurft zu verrichten. Das geht doch nicht so", so Asselborn. "Wir können das einfach nicht akzeptieren. Österreich ist doch so ein freundliches Volk. Dass es hier eine Regierung gibt, die es verweigert, bei dieser humanitären Krise auf Lebos zu helfen."

"Es zählt nicht, was gestern war"

ÖVP-EU-Politiker Lukas Mandl wurde per Video zugeschaltet und verteidigte den Kurs Österreichs. Man habe in der Vergangenheit viele Flüchtlinge aufgenommen und nun Hilfsgüter geliefert. "Es zählt nicht, was gestern war", entgegnete Asselborn. "Heute ist diese Misere da. Und die müssen wir verdammt noch mal als Europäer lösen." Und zum "Pull-Effekt", der immer wieder ins Feld geführt wird: "Es gibt nur eine Lösung gegen den Pull-Effekt: Man lässt diese Menschen im Meer ertrinken."

Wenn Flüchtlinge gerettet und nach Italien oder Malta gebracht werden, würde die EU-Kommission zum Telefon greifen und die Mitgliedsstaaten fragen, wer mitmacht, so Asselborn: "Es sind fünf oder sechs Länder, die mitmachen. Die Österreicher jodeln vielleicht irgendwie durch die Gegend. Alle anderen Länder müssen dann schauen, was mit diesen Menschen geschieht." Mandl bat darum, die "Polemik zu unterlassen".

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    GIAN EHRENZELLER / Keystone / picturedesk.com
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