Flug-Wahnsinn! Spieler sauer über lange Reisen bei EM

Reise-Wahnsinn bei der EM
Reise-Wahnsinn bei der EMREUTERS
Die EM der kurzen Wege ist das sicher nicht! Zwischen den Matches sind die Spieler Dauergast im Flugzeug. Das sorgt für Kritik.

Im Zeitalter der Diskussionen über Klimaschutz und die Corona-Pandemie haben lange Reisen ohnehin einen fragwürdigen Beigeschmack. Bei der EM sind die elf Spielorte quer über Europa verstreut, was zu viel Zeit im Flugzeug führt. Bei den Spielern werden jetzt kritische Stimmen dazu laut.

Tschechien-Torjäger Patrik Schick meint etwa: "Das ist eine Tragödie, diese Flüge, es ist verrückt." Für ihn und seine Teamkollegen ging es nach dem 2:0 im Achtelfinale gegen die Niederlande 500 Kilometer von Budapest nach Prag, danach wartet eine 3.500-Kilometer-Reise nach Baku.

Dänemark reist sogar 4.000 Kilometer nach Aserbaidschan. Teamchef Kasper Hjulmand meint dazu: "Diese Turnierform ist nicht die beste Idee. Eine Gruppenphase mit allen Teams an einem Ort wäre besser gewesen. Wenn du bei so einem Turnier das Beste von den Spielern sehen willst, dann darfst du sie nicht so herumreisen lassen, nicht durch zwei Zeitzonen für ein Spiel."

Bei Kroatien übt Andrej Kramaric Kritik: "Um ehrlich zu sein, bin ich nicht der Fan von so einer Art Turnier mit vielen Reisen in viele verschiedene Länder. Zum einen spielt Corona eine Rolle, zum anderen fühlt es sich besser an, wenn das Turnier in einem oder zwei Ländern stattfindet, weil es für die Fans auch schöner ist." Teamchef Zlatko Dalic ergänzt: "Wir reisen alle drei Tage, das sind keine guten Bedingungen."

Außerdem fühlen sich einige Nationen benachteiligt, weil die "großen Nationen" den Großteil ihrer Spiele im eigenen Land absolvieren dürfen. "Ihr und wir haben mehr verdient als diesen Witz einer Turnierorganisation. Aber wer sagt schon, das Leben sei fair", ärgert sich etwa Wales-Teamspieler Chris Gunter auf Instagram.

Die UEFA hat übrigens angekündigt, als Kompensation für die CO2-Emissionen durch die Reisen 600.000 Bäume in den Gastgeber-Städten zu pflanzen. Doch das Versprechen konnte der europäische Fußball-Verband bisher nicht einlösen. Konkret wurden bisher erst 100.000 Bäume in Baku und Amsterdam gepflanzt. Grund sei die Pandemie, wie die UEFA verlautbart.

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