Flughafen-Bande: "Sicherheit war nicht beeinträchtigt"

Trotz der massiven Sicherheitsvorkehrungen im Flugverkehr ist es sechs am Flughafen Wien-Schwechat tätigen Mitarbeitern einer privaten Sicherheitsfirma gelungen, das große Geschäft mit Flüchtlingen zu machen. Sie brachten diese an Bord von Flugzeugen und verhalfen ihnen zur Flucht in die USA und nach Großbritannien.
Ein Ticket in die Freiheit soll den Schleppern bis zu 9.000 Euro pro Person eingebracht haben, berichtet der "Kurier" in seiner Dienstagsausgabe. Zwei aus Sri Lanka stammende Männer und ein Pole sollen die Fäden gezogen haben, drei weitere Verdächtige wurden festgenommen. Zwei Hauptverdächtige sitzen in U-Haft, die anderen Männer sind wieder auf freiem Fuß.

Die Männer waren damit beschäftigt, im Auftrag von Austrian Airlines zusätzliche Ausreisekontrollen für Flüge in die USA und andere Länder durchzuführen. Sie baten Freunde und Bekannte mitzumachen und stellten in deren Namen Flugtickets und die US-Einreisegenehmigung ESTA aus.

"Sicherheit nicht beeinträchtigt"

Die strengen Sicherheitskontrollen am Flughafen Wien waren zu keinem Zeitpunkt geschwächt, betonte Sicherheitsdienstleister G4S in einer Aussendung. Die Schlepperbande sei unter anderem bei einer nachgelagerten Dokumentenkontrolle aktiv gewesen, die für einzelne Flugdestinationen wie Großbritannien und die USA zusätzlich vorgeschrieben ist.

Nur ein G4S-Mitarbeiter war Teil der Bande, betonte das Unternehmen in der Aussendung. Man habe mit den Behörden zusammengearbeitet und bei der Ausforschung der Schuldigen geholfen. Der Mitarbeiter, der seit Ende Februar in U-Haft sitzt, wurde fristlos entlassen.

Tickets auf der Toilette übergeben

Die Helfer gingen durch die Pass- und Sicherheitskontrolle. Im Flughafengebäude warteten die Flüchtlinge, auf der Toilette wurden die Tickets übergeben. Da dieselbe Sicherheitsfirma auch für die Passkontrolle am Gate zuständig ist, gelangten die Flüchtlinge tatsächlich an Bord der Flugzeuge.

Den Behörden sind bisher elf Fälle von Schlepperei bekannt, die Flüchtlinge stammten überwiegend aus Sri Lanka. Die Vorfälle in Wien sorgen international für Ungemach. Denn das US-Heimatschutzministerium verlangt die Aufklärung der Affäre, nicht zuletzt auch aus Furcht vor Terroristen. Der Flughafen sieht die Schuld bei der AUA und der Sicherheitsfirma.

 
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