Flugmodus vergessen – 1.300-€-Handyrechnung

Eine Frau hat ihr Smartphone während des Flugs im Handgepäck verstaut. Das Gerät verband sich per Satellit, was für hohe Kosten sorgte.
Das Roaming war doppelt so teuer wie der Transatlantikflug: Eine Britin hat bei ihrer Reise nach Barbados eine böse Überraschung erlebt. Sie verstaute das Gerät während des Flugs im Handgepäck, dabei vergaß sie, den Flugmodus zu aktivieren.



Von ihrem Mobilfunkanbieter erhielt sie darauf eine Rechnung in Höhe von umgerechnet rund 1.300 Euro. "Ich habe das Handy während des Flugs nicht benutzt", sagte die Frau gegenüber "The Guardian". Offenbar hatte sich das Gerät der Frau mit dem Netz von Aeromobile verbunden.

CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Verbindung per Satellit

Über das Netz des britischem Unternehmens können Passagiere an Bord mit ihren Geräten telefonieren und surfen. Die Handys verbinden sich dabei mit einer Antenne im Flugzeug, die dann das Signal über einen Satelliten an den Boden sendet. Abgerechnet wird über den eigenen Mobilfunkanbieter. In ihrem Fall war das der britische Anbieter Intercity. Bevor man solche Angebote an Bord nutzt, sollte man die Preise genau prüfen.

Viele Euro pro Megabyte

Bei verschiedenen Mobilfunkanbietern kosten Anrufe im Flugzeug bis zu 5 Euro pro Minute, SMS bis 1 Euro pro Stück. Pro MB Daten werden fünf Euro und mehr fällig. Eine Stunde Streaming mit der höchsten Qualität auf Spotify würde in der Theorie über 700 Euro kosten. Diesen Betrag unbemerkt anzuhäufen, ist jedoch nicht möglich. Nutzer erhalten per SMS Benachrichtigungen über ihren Datenverbrauch.

Wieso aber sind Surfen und Telefonieren im Flugzeug überhaupt so teuer? "Es gibt nur zwei Anbieter, darum sind die Einkaufspreise seit Jahren extrem hoch und nicht wirklich verhandelbar", erklärt Annina Merk, Sprecherin der Swisscom.

Tipps gegen hohe Kosten

Die Schlichtungsstelle Ombudscom behandelte einige sehr wenige Fälle zu dieser Problematik, wie Ombudsmann Oliver Sidler auf Anfrage erklärt. Meistens hätten die Kunden aktiv ihr Mobilgerät genutzt und offenbar übersehen, dass eine Satellitenverbindung aufgebaut wurde, erklärt er. In einem solchen Fall müsse neben rechtlichen Aspekten grundsätzlich die Selbstverantwortung der Kundschaft mit den Informationspflichten der Anbieter gegeneinander abgewogen werden, so Sidler.

Fälle mit hohe Roaming-Kosten im Ausland sind auch der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) bekannt. Oftmals sei das Problem, dass im Hintergrund Apps aktualisiert oder Daten per Cloud synchronisiert würden, erklärt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der SKS. Auf ihrere Website gibt die Stiftung Tipps, wie man hohe Roaming-Kosten vermeiden kann.

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