Mit der gescheiterten WM-Qualifikation und dem Aus im Play-off gegen Schottland musste Franco Foda im Frühjahr den Hut als österreichischer Teamchef nehmen.
Ihm folgte bekanntlich Ralf Rangnick nach. Der Deutsche konnte in seinen ersten vier Länderspielen gegen die Top-Nationen in der Nations League überzeugen: dominanter Sieg gegen Kroatien (3:0), Remis gegen Weltmeister Frankreich (1:1), zwei Niederlagen gegen Dänemark (1:2, 0:2). In den ersten drei Spielen beeindruckte das ÖFB-Team dabei mit Rangnicks Markenzeichen, dem Angriffspressing und überfallsartigen Kontern.
Und Foda? Der musste nicht lange auf einen neuen Job warten, heuerte in der Schweiz beim FC Zürich an.
Im Schweizer "Blick" gibt der 56-Jährige jetzt ein Interview. Inhalt? Seine bevorstehende Aufgabe. Seine Familie. Der Name Ralf Rangnick fällt nicht. Auch die vergangenen vier Spiele des ÖFB-Teams und die Niederlagen, die sein Aus als Teamchef besiegeln sollten, sind kein Thema. Ob auf Wunsch von Foda, ist nicht klar, aber wahrscheinlich.
Der ÖFB wird nur angeschnitten. Ob Foda nach vier Jahren als Nationaltrainer keine längere Verschnaufpause gebraucht habe? "Nein. Ich freue mich sehr auf meine Aufgabe beim FCZ. Meine Batterien sind voll aufgeladen."
Wie wirkt sich die Rückkehr in den Klubfußball aus? "Je nachdem, wie man seinen Job ausübt. Als Nationaltrainer war ich eigentlich jedes Wochenende unterwegs und habe mir meine Spieler angesehen. Dieser Job beinhaltet auch andere Aufgaben. Aber es ist schon richtig, dass ich unter der Woche mehr Zeit hatte als jetzt."
Auch bei diesen kurzen gedanklichen Ausflügen in die Vergangenheit fällt auf: Foda ist bemüht, möglichst schnell wieder auf Zürich zu sprechen zu kommen.
Fodas Frau werde zwischen Österreich und der Schweiz pendeln. Die Söhne Sandro und Marco, beide um die 30 Jahre alt, nur auf Besuch kommen. Foda: "Und jetzt will Sandro leider auch noch Trainer werden. Er ist gerade am Trainerschein." Leider? "Nein, nein. Wenn du gewinnst, ist der Trainerjob sogar richtig toll. Ansonsten kann es dann halt mal auch ein wenig unangenehm werden. Aber das gehört halt dazu. Wenn er das möchte, dann soll er das machen. Ich kann ihm doch nicht verbieten, was ich selbst tue. Und mir machte es bisher immer großen Spaß."
Der FC Zürich wurde in der abgelaufenen Saison souverän Schweizer Meister. Titeltrainer Andre Breitenreiter verabschiedete sich in Richtung Hoffenheim. Foda tritt sein schweres Erbe an.
Er gibt sich aber betont gelassen: "Generell bin ich schon jemand, der mutig ist. Ich habe damals nach dem Konkurs ja auch Sturm Graz übernommen. Wir mussten mit minus 13 Punkten in die Saison starten. Das war eine andere Ausgangslage. Denn so viel Mut brauche ich für den Job beim FCZ nicht. Ich habe eine intakte Truppe vorgefunden, die viel Qualität hat. Die Ausgangslage ist super."
Wie will Foda mit der gesteigerten Erwartungshaltung umgehen? "Ich weiß, dass man zuletzt eine überragende Saison gespielt hat. Ich habe auch den Spielern gesagt, dass ab sofort die Vergangenheit nicht mehr zählt, dass wir noch mehr investieren müssen."
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