Foda: "Dann hätte ich Grillitsch nicht spielen lassen"

Franco Foda, Florian Grillitsch
Franco Foda, Florian Grillitschgepa
Florian Grillitsch wollte gegen die Ukraine in die Startelf, wurde dann "Man of the Match". Teamchef Franco Foda wusste nichts von seiner Forderung.

Vor dem entscheidenden dritten Gruppenspiel gegen die Ukraine reklamierte Grillitsch in den Medien einen Platz in der ÖFB-Startelf. Den erhielt er auch – und wurde prompt als "Man of the Match" ausgezeichnet. Teamkollege Xaver Schlager über seine Leistung: "'Grillo' ist ein Spieler, der extrem viel Ruhe reinbringt. Zudem hat uns in die Karten gespielt, dass die Ukrainer ihn teilweise auch in Ruhe gelassen haben. Dann hat er einfach super sein Spiel aufgezogen, super die Bälle verteilt und uns andere Spieler super in Szene gesetzt."

Ein kluger Schachzug also von Franco Foda, auf die Reklamationen von Grillitsch zu hören? Nein, denn der Teamchef hat davon laut eigenen Angaben nichts mitbekommen. "Ich lese ja seit 14 Tagen keine Zeitung mehr. Hätte ich gewusst, dass er das gefordert hat, hätte ich ihn nicht spielen lassen", scherzte er nach dem 1:0-Sieg gegen die Ukraine. Doch ganz scherzhaft war das nicht gemeint, denn Foda konsumiert offenbar tatsächlich so gut wie keine Zeitungen. "Das war ernst gemeint, das ist so", stellt er klar. "Ich glaube, in Seefeld gibt es gar keine Zeitung, zumindest weniger als im Hotel in Bad Tatzmannsdorf."

Über die Hintergründe seiner Entscheidung sagt der Teamchef: "Ich bin ein Mensch, der seine Entscheidungen alleine treffen möchte, beziehungsweise mit meinem Trainer-Team. Wir sind alle Menschen. Es wird viel diskutiert und erzählt, und ich wollte mich einfach durch nichts beeinflussen lassen, sondern das durchziehen, von dem wir überzeugt sind. Das haben wir auch getan."

Über Grillitsch meint er: "Flo war ja immer schon ganz nah dran an der Mannschaft. Ich habe mit ihm auch ein Gespräch geführt, dass er für uns im Nationalteam ein ganz wichtiger Spieler ist. Wir hatten halt in den ersten beiden Gruppen-Spielen eine andere Idee."

Gegen die Ukraine hat Grillitsch jedenfalls seine Chance bekommen und genützt: "Für dieses Spiel war meine Meinung, dass er prädestiniert ist", erklärt Foda. "Er hat eine tolle Leistung gebracht, sowohl im Spiel mit als auch gegen den Ball."

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