Orkanartige Windböen haben in der Nacht auf Mittwoch für schwere Schäden in Österreich gesorgt. Vor allem Tirol war vom turbulenten Wetter stark betroffen. In Hall drückte der Sturm ein Carport ein und deckte ein Haus ab, zudem wurde eine Stromleitung gekappt. Ebenso musste ein Zug evakuiert werden.
Für die nächsten Tage ist Regenwarnung angesagt.
Fast 100 Einsätze aufgrund des Sturms wurden aus den Tiroler Bezirken gemeldet. Gleich aus mehreren Ortschaften kamen Meldungen von eingedrückten Carports oder Hütten. So auch aus Hall, wo die Einsatzkräfte bei einem Haus die Überreste eines Gebäudes sichern wollten. Just in diesem Moment riss eine Böe einen Teil des Daches des betroffenen Hauses weg - ein Feuerwehrmann wurde dabei verletzt.
8.000 Menschen ohne Strom
8.000 Betroffene musste nächtens ohne Strom auskommen, weil umgestürzte Bäume die Stromleitungen im Stubai- und Wipptal kappten. Feuerwehr und Energieversorger arbeiteten die Nacht über stundenlang an der Wiederherstellung der Stromversorgung. Laut "ORF Tirol" wurde außerdem ein Reisezug der ÖBB evakuiert, 20 Fahrgäste mussten zwischen Hall und Wattens in Sicherheit gebracht werden. Hier hatte der Sturm einen Baum auf die Oberleitung geschleudert.
Stromausfälle auch in Kärnten
Der Föhn-Orkan hatte auch in Kärnten gewütet. Landesweit wurden umgerissene Schilder und entwurzelte oder geknickte Bäume gemeldet. Im Bezirk Spittal musste ein beschädigter Strommast ausgetauscht werden, hier waren 300 Haushalte ohne Strom. Weil mauch mit großen Niederschlagsmengen gerechnet wird, wurden die Kärntner Stauseen zur Sicherheit abgesenkt.
Kärntner aus Bachbett gerettet
Ein 53-jähriger Kärntner ist Mittwochfrüh in Weißbriach (Bezirk Hermagor) in den Schwarzenbach gestürzt. Laut Polizeiangaben vermochte der Mann wegen des starken Regens und der Höhe der Böschung nicht aus eigener Kraft aus dem Bachbett zu klettern. Er wurde von der Feuerwehr geborgen und vom Roten Kreuz zur Beobachtung ins Landeskrankenhaus Villach gebracht.
Häuser in Salzburg evakuiert
In Salzburg hat der Föhnsturm nur in der Gemeinde Stuhlfelden (Pinzgau) Probleme bereitet. Dort haben in der Nacht auf Mittwoch Böen etliche Bäume gebrochen, die zum Teil auf eine Gemeindestraße gestürzt sind. Drei Häuser mussten aus Sicherheitsgründen evakuiert werden, weil die Gefahr bestand, dass Bäume auf sie fallen. Die insgesamt neun Bewohner wurden vorübergehend bei Freunden oder Verwandten untergebracht.
Weiter stürmisch mit viel Regen
Nach zunächst warmen Temperaturen und Föhnsturm kühlt es bis Donnerstag wieder ab und im Südwesten sind große Regenmengen möglich. Vor allem in Osttirol und Oberkärnten kommen in vielen Regionen 70 bis 150 Millimeter Regen zusammen. Vereinzelt sind mehr als 200 Millimeter Regen möglich, vor allem im Bereich der Karnischen Alpen. Muren und zumindest kleinräumige Überschwemmungen sind möglich. Die Schneefallgrenze liegt sehr hoch, zwischen 2000 und 2400 Meter.
Von Freitag bis Samstag zeichnet sich ein weiteres Mittelmeertief ab. Dann sind in Osttirol und Oberkärnten nochmals bis zu 70 Millimeter Regen möglich, im Bereich der Karnischen Alpen um 100 Millimeter. Auf vielen Bergen gibt es weiterhin orkanartige Böen.