Die Wirtschaftskammer fordert, dass es privaten Investoren ermöglicht werden soll, Wiener Gemeindebauten aufzustocken und diese Wohnungen privat zu vermieten und verkaufen. Dazu wäre eine Gesetzesänderung notwendig.
Michael Pisecky, der neue Chef der Wiener Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer, begründet den Vorstoß mit der prognostizierten Wohnungsknappheit. Bis 2038 werden Wohnungen für weitere 300.000 Menschen in der Bundeshauptstadt benötigt. In den Kommunen könnte dafür aber zu wenig Geld vorhanden sein.
Deshalb empfiehlt Pisecky auf die bestehenden Gemeindebauten, die durchschnittlich über vier Stockwerke verfügen, noch zwei weitere aufzustocken. "Damit könnte die Wohnfläche um bis zu 50 Prozent gesteigert werden", argumentiert er. Außerdem können dadurch Milliarden gespart werden, da man nicht so viel in die Infrastruktur wie bei Neubauten investieren müsste.
Pisecky schlägt außerdem vor, dass die Aufstockungen von Privatinvestoren finanziert werden, um der Stadt Geld zu sparen. Ein Teil der neugeschaffenen Wohnungen könne dann an die Gemeinde verkauft werden und so als Gemeindewohnungen vergeben werden. Wohnungen in höheren Stockwerken sollen hingegen privat gewinnbringend vermietet oder verkauft werden.
Bislang ist ein solches Vorgehen nicht gestattet. Pisecky hofft, dass sich die Regierung nach der nächsten Wahl mit dem Thema befasst.