Wien

Radfahrstraße statt Radweg in der Argentinierstraße

Der Radverkehr auf der Argentinierstraße boomt, eine Fahrradstraße würde sich anbieten. Wie diese aussehen könnte, zeigt "Fahrrad Wien".
Christine Ziechert
18.08.2020, 12:53

Knapp 5.000 Radfahrer sind an Spitzentagen auf der Argentinierstraße (Wieden) unterwegs (durchschnittlich: 2.617 pro Tag). Erst im heurigen Juni und Juli gab es neue Rekordwerte, und seit dem Jahr 2010 verdoppelte sich auf der wichtigen Strecke zwischen Hauptbahnhof und Karlsplatz der Radverkehr. Beschleunigt wurde die starke Zunahme durch das Bevölkerungswachstum im neuen Sonnwendviertel und den Radpendel-Verkehr vom Hauptbahnhof.

Doch der Radweg ist zu schmal: Abschnittsweise hat er eine Breite von nur rund 1,5 Meter, an ganz engen Stellen ist er gerade so breit wie zwei Lenker, berichtet "Fahrrad Wien". Zudem fehlen Alternativrouten: Die parallele Prinz-Eugen-Straße und die innere Favoritenstraße sind nur für mutige Radfahrer tauglich. Aus diesem Grund ist die Argentinierstraße auch Teil einer der wichtigsten Radstrecken der Stadt, der Radlangstrecke Süd, die vom Reumannplatz bis zur Stadtgrenze bereits gut ausgebaut ist.

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Mehr Fahrräder als Autos unterwegs

Speziell ist auch, dass an vielen Tagen schon heute mehr Fahrräder als Autos auf der Argentinierstraße unterwegs sind, so "Fahrrad Wien". Für den Radverkehr ist es eine Hauptroute, für den Kfz-Verkehr hat sie nur eine Erschließungsfunktion. Das sind Kriterien, die für eine Fahrradstraße sprechen. "Fahrrad Wien" plädiert daher für eine Fahrradstraße und zeigt, wie diese aussehen könnte

Die Fahrradstraße kann im Querschnitt wie folgt gestaltet sein: 0,5 Meter gepflasteter Seitenstreifen zu parkenden Autos, 1,9 Meter Fahrstreifen, 0,7 Meter gepflasteter Mittelstreifen, 1,9 Meter Fahrstreifen, 0,5 Meter gepflasterer Seitenstreifen. Für Autos ist die Argentinierstraße wechselweise Einbahn. Dies fördert die Rücksichtnahme und verringert das Tempo. Der Mittelstreifen wird von Kfz dann mitbenützt und ist gut berollbar ausgeführt. Entscheidet man sich dafür, eine Parkspur aufzulassen, können mit dem gewonnenen Platz Fahrradstraße und Gehsteige verbreitert werden. Auch Pflanzenbeete können dann errichtet werden.

Grätzl wird dadurch attraktiver

Mit einer Fahrradstraße kann das Grätzl für die Anrainer attraktiver und verkehrsberuhigt gestaltet werden. Dafür werden Autoschleichwege verhindert. Fußgänger bekommen am St.-Elisabeth-Platz durch die Unterbrechung der Belvederegasse mehr Raum. Auf einem Teil der Argentinierstraße wird die bestehende Einbahn umgedreht. Damit gibt es insgesamt weniger Autoverkehr im Grätzl, so "Fahrrad Wien" abschließend.