Formel 1

Ferrari-Doppelsieg! Leclerc triumphiert, Verstappen out

Charles Leclerc siegt beim Saisonauftakt der Formel 1 vor Ferrari-Kollege Carlos Sainz. Weltmeister Max Verstappen scheidet im Red Bull aus.
Sebastian Klein
20.03.2022, 15:42

Hochspannung im ersten Saisonrennen! Polesetter Charles Leclerc fährt am Sonntag beim Grand Prix von Bahrain zum Sieg. Er ist der erste Monegasse, der damit in der Formel-1-Weltmeisterschaft die Führung übernimmt. Er setzt sich vor seinem Ferrari-Kollegen Carlos Sainz durch.

Sainz profitiert dabei vom Doppel-Aus der Red Bulls. Titelverteidiger Max Verstappen bleibt als Zweitplatzierter drei Runden vor Schluss mit einem technischen Defekt liegen. Zwei Runden später erwischt es auch Red Bulls Sergio Perez, der als Zwischendritter von seinem Boliden im Stich gelassen wird.

So erben die beiden Silberpfeile Lewis Hamilton und George Russell die Plätze drei und vier.

Für Leclerc ist es keineswegs ein Start-Ziel-Sieg. In den Runden 17 bis 19 liefert sich der spätere Sieger mit Verstappen einen epischen Kampf um Platz eins. In drei aufeinanderfolgenden Runden überholt Verstappen den Leader in der ersten Runde. Drei Mal kontert Leclerc perfekt, kann seinen Vorsprung dann ausbauen. Dabei stellen die beiden Stars eindrucksvoll unter Beweis, dass die Reglement-Änderungen der FIA ihren Zweck erfüllen: Die neuen Boliden erlauben mehr spektakuläre Überholmanöver.

Sieger Leclerc: "Besser kann man nicht starten. Eins und zwei, wir konnten nicht auf mehr hoffen. Danke an alle, die uns unterstützt haben, auch wenn es nicht so gelaufen ist."

Leclerc weiter: "Ich hoffe, dass ich der erste Monegasse bin, der Weltmeister wird, das wäre ein großes Ziel. Wir sind zurück mit einem Auto das siegen kann. Wir haben die Möglichkeit genützt. Jetzt wollen wir, dass die Saison so weitergeht. Auto-Entwicklung wird der Schlüssel sein."

Leclerc und Verstappen lieferten sich ein packendes Duell.
IMAGO Imago

Sensationell: Kevin Magnussen wird als Formel-1-Rückkehrer im Haas Fünfter. Der Rennstall war im Vorjahr nicht konkurrenzfähig. Magnussen ersetzte den Russen Nikita Mazepin wenige Wochen vor dem Saisonstart. Kollege Mick Schumacher wird Elfter. Einen Platz vor ihm: Guanyu Zhou, der im Alfa Romeo als erster Chinese in die Punkteränge fährt. Ebenfalls beachtlich: Sein Kollege Valtteri Bottas wird Sechster. Er verlor sein Mercedes-Cockpit nach dem Saisonende an Russell, stellt nun sein Können im neuen Team unter Beweis.

Neben Red Bull, das sich schnell aber nicht standfest präsentiert hat, ist McLaren die größte Enttäuschung des Wochenendes. Mit den Plätzen 14 und 15 bleiben Daniel Ricciardo und Lando Norris weit hinter dem, was sie 2021 zeigen konnten. Dem Rennstall dürfte der Umstieg auf das neue Reglement nicht misslungen sein.

Eine Erkenntnis der Tests und ersten Trainingssessions bestätigt sich am ersten Renntag der Saison. Aktuell sieht es nicht nach einer Wiederholung des Zweikampfs um die WM zwischen Verstappen und Hamilton aus. Mercedes hat nicht die Power von Ferrari und Red Bull. Die Scuderia schwingt sich nach enttäuschenden Jahren aber offenbar wieder zur Macht auf.

Marko erklärt Red-Bull-Defekte

Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko über das Doppel-Aus: "Der Defekt von Max und Sergio scheint derselbe zu sein. Bei Max kommt dazu, dass wir ein Problem mit der Servolenkung hatten. Aber bei beiden dürfte es ein Problem mit der Benzinzufuhr sein. Max dachte, er hätte ein Batterie-Problem, aber es war die Benzinzufuhr."

Marko weiter: "Es war nicht unser Tag. Wir stecken die Köpfe zusammen, müssen das untersuchen. Es muss komplett neu aufgetreten sein und ist mehr als unangenehm."

Marko über wütende Funksprüche von Verstappen: "Sein Ärger ist verständlich. Es wurden auch Fehler in der Strategie gemacht."

Verärgerter Weltmeister

Verstappen: "Ich habe Lenkradprobleme bekommen. Und dann am Schluss der Ausfall – Benzindruck oderso, keine Ahnung. Wir haben viele Punkte liegen gelassen. Das ist Motorsport. Es darf nicht passieren, aber es passiert."

Verstappen, auf seinen Ärger über die Funksprüche aus der Box angesprochen: "Ich werde von jetzt an nur mehr auf mein Gefühl hören, ist viel besser." Hintergrund: Verstappen beschwert sich im Rennen, dass er beide Outlaps nach den Boxenstopps auf Anweisung seines Teams langsam angelegt habe, Leclerc aber "ganz einfach schnappen" hätte können.

Mercedes-Teamchef Toto Wolff über die Plätze drei und vier seiner Schützlinge: "Besser Glück haben als g'scheit sein. Fünfter oder Sechster hätten wir uns wahrscheinlich verdient. Aber man muss zuerst ins Ziel kommen. Wir haben viel gelernt. Im zweiten Stint beide auf harten Reifen rauszuschicken war ein Griff ins Klo."

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