Es soll das neue Highlight im Rennkalender werden – die Formel 1 ist vom 16. bis 19. November erstmals in Las Vegas zu Gast. Über 300.000 Fans werden erwartet, während die Formel-1-Autos mitten über den Strip rasen. Die hohen Preise rund um die Grand-Prix-Premiere sorgen bereits jetzt für Ärger.
So sind Wochenendtickets auf der Tribüne aktuell für 1.800 Dollar (1.620 Euro) erhältlich, VIP-Tickets kosten gar zwischen 7.000 und 15.000 Dollar für ein Wochenende. Für ein Hotelzimmer im Zentrum bezahlt man übers Rennwochenende gut und gerne mehrere Tausend Dollar.
Es wird allerdings auch möglich sein, von den Luxushotels, Casinos sowie Restaurants entlang des Strips aus auf die Strecke zu sehen – und dafür sollen diese nun zahlen. Wie die "New York Post" berichtet, soll die Formel 1 als Veranstalter von den Lokalen mit Sicht auf die Strecke 1.500 Dollar pro Person verlangen. Heißt: Hat ein Restaurant oder ein Club eine Kapazität von 1.500 Personen, sollen 2,25 Millionen US-Dollar (2,03 Millionen Euro) überwiesen werden. Auch wenn nicht alle der jeweiligen Sitzplätze über eine der exklusiven Sichten verfügen.
Gemäß der Zeitung sorgen aber nicht nur die Geldforderungen für Riesenärger – die Konsequenzen für Nicht-Bezahlung stoßen auf noch mehr Unverständnis. Dem Bericht zufolge sollen die Veranstalter damit drohen, dass sie mit Sichtbarrikaden oder Scheinwerfern gegen die Lokale vorgehen würden, die nicht bezahlen. So würde man die Sicht auf das Formel-1-Spektakel für die Gäste ruinieren. "Es ist verrückt, dass sie Geld für eine öffentliche Veranstaltung verlangen, die auf der Straße stattfindet", sagt ein Casinobesitzer gegenüber der US-Zeitung.
Casinos wie das Wynn oder das Venetian würden bereits Millionen bezahlen, um offizieller Rennsponsor zu sein, heißt es weiter. Solche Lokale müssten keine zusätzlichen Zahlungen leisten für die Sicht der Hotelzimmer – einige Restaurants dieser Komplexe hätten aber dennoch eine Rechnung erhalten.
Eine weitere Quelle, die nicht genannt werden will, sagt: "Sie sagen jemandem, der Milliarden für sein Eigentum ausgegeben hat, dass der Strip zuerst wegen Bauarbeiten geschlossen wird und dann müssen sie noch für die Sitzplätze bezahlen. Damit überschreiten sie eine Grenze." Gemeint ist damit auch das Verkehrschaos, das der Grand Prix in Las Vegas verursacht. Damit die Formel-1-Boliden durch Las Vegas fahren können, werden die Hauptstrassen seit Wochen saniert.
Die Lokale in der Glücksspiel-Stadt würden nun gemeinsam Absprachen treffen und prüfen, ob man den Forderungen der Formel 1 nachkommen wird oder nicht. Das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen zu sein.
(red/20min.ch)