Forscher entdecken, wen Kannibalen nicht essen wollen

Im Rahmen einer Anatomie-Prüfung an einer russischen Universität wird ein Schädel analysiert. Symbolbild
Im Rahmen einer Anatomie-Prüfung an einer russischen Universität wird ein Schädel analysiert. Symbolbildpicturedesk.com/TASS/Yelena Afonina
Eine Studie hat ergeben, dass Kannibalen ihre eigenen Verwandten meist nicht schmecken. Dafür essen sie lieber fremde Menschen.

Kannibalen verschonen meist ihre Verwandten. Das fanden Wissenschaftler der Humboldt Universität Berlin und der US-amerikanischen Princeton University heraus, wie eine am Montag veröffentlichte Studie zeigt.

Die Experten konnten für die Zeit nach 1900 eine Vielzahl solcher Fälle über Publikationen, Internetrecherchen und Expertenbefragungen dokumentieren. Den Datensatz von insgesamt 121 Kannibalen und 631 ihrer Opfer verglichen die Forscher mit Informationen über "gewöhnliche" Morde aus FBI-Datenbanken.

Kannibalen ermorden häufig Bekannte

Es zeigte sich, dass kannibalische Morde eine eigene Verbrechenskategorie darstellen und charakteristische Eigenheiten aufweisen. Kannibalen töten demnach oft mit physischer Gewalt und seltener mit Schusswaffen. Von Kannibalen ausgeführte Morde haben zudem oft einen sexuellen Bezug, Täter sind meist ältere Männer, die jüngere Frauen töten.

Opfer sind häufig Fremde. Den Forschern zufolge verspeisen die Täter aus innerer Abscheu nur selten Verwandte. Dass Kannibalen sehr viel seltener als andere Mörder Blutsverwandte töten, sei eine Eigenheit, die auch bei kannibalischen Tieren beobachtet wurde.

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