Gewalt in Ehe – Gatte festgenommen

Justizanstalt St. Pölten
Justizanstalt St. PöltenBild: Daniel Schreiner

Über Jahre soll eine junge Frau in NÖ von ihrem Ehemann geschlagen worden sein. Zudem drohte der Arbeiter ihr mit dem Tod, falls sie ihn verlasse oder die Polizei rufe.

Ein Martyrium soll eine Frau in Niederösterreich erlebt haben: Über einen längeren Zeitraum soll sie von ihrem jüngeren Gatten geschlagen und bedroht worden sein. Erst letzten Dienstag kam es in der Früh zum Streit, der Ehemann soll zu ihr gesagt haben: "Ich gehe arbeiten, wenn ich danach nach Hause komme, ist alles wie früher. Wenn du die Polizei anrufst oder dich von mir trennen willst, gehe ich wegen Totschlag freiwillig ins Gefängnis."

Am Mittwoch überschlugen sich dann die Ereignisse: Die Frau rief die Polizei, meldete die Drohung. Im Zuge der Einvernahme gab die Frau zu Protokoll: "Er verprügelt mich und droht mir seit Jahren." Die Anzeige wurde daher von gefährlicher Drohung auf fortgesetzte Gewaltausübung erweitert.

Verdächtiger verachtet Polizei

Der zuständige Staatsanwalt ordnete die unverzügliche Vernehmung des verdächtigen Aydin H. an. Über das Telefon des Opfers konnte der Verdächtige am Mittwochnachmittag erreicht werden. Die Polizei teilte ihm mit, dass er ab sofort ein Betretungsverbot für Wohnung und Kindergarten habe und sofort zur Vernehmung kommen müsse. Nur: Der österreichische Staatsbürger gab gegenüber den Ermittlern an, dass ihn das nicht interessiere, er keine Zeit habe und er arbeiten sei. Er komme sicher nicht, nur weil die Polizei sagt, er solle kommen.

Mann auf freiem Fuß

Die Ermittler informierten den Staatsanwalt, der fackelte nicht lange und ordnete die Festnahme von Aydin H. an. Noch am Nachmittag wurde der Verdächtige abermals telefonisch erreicht und über den Stand der Dinge in Kenntnis gesetzt. Diesmal gab er an, um 18 Uhr bei der Polizei zu erscheinen. Der Mann wurde schließlich einvernommen, am Mittwochabend in die Justizanstalt Sankt Pölten eingeliefert und es wurde eine Untersuchungshaft beantragt. Aber: Der Mann wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. "Das Ermittlungsverfahren läuft natürlich weiter", erklärt Staatsanwalt Leopold Bien. Es gilt die Unschuldsvermutung. (Lie)

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