FP: Bund soll Weihnachtsgeld für Wirte zahlen

Geschlossene Lokale im Wiener Bermuda-Dreieck. 
Geschlossene Lokale im Wiener Bermuda-Dreieck. picturedesk.com
Die Wiener FPÖ befürchtet Gastro-Insolvenzwelle. Um das zu verhindern, solle der Bund jetzt das Weihnachtsgeld für die Tausenden Beschäftigten zahlen.

"Wie sollen Wirte am 1.12. das Weihnachtsgeld für Angestellte bezahlen?", fragt sich FPÖ-Gastrosprecher Dietmar Schwingenschrot. Der Lockdown im November und das Fest-Verbot würden die Gastronomie geschlossen in die Insolvenz treiben. "Keine Branche wird wieder mal so abgestraft wie die Gastro", so Schwingenschrot.

Stärkste Saison bricht weg

Nicht nur, dass in der Wiener Gastronomie kaum Ansteckungen nachvollzogen werden konnten, wären November und Dezember jetzt für die Umsätze besonders wichtig gewesen. "Es geht hier nur mehr ums nackte Überleben", stellt Schwingenschrot klar. Wenn nun der November mit den traditionellen Ganslessen ausfällt, werden die Wirte ihre Angestellten nicht bezahlen können und das am 1.12. fällige Weihnachtsgeld schon gar nicht haben, warnt Schwingenschrot. Dann würde unverzüglich ein Insolvenzantrag folgen. 

FP fürchtet Pleitewelle

"Wenn die Wirte im November quasi nicht aufsperren dürfen, ist die Pleitewelle vorprogrammiert. Denkt in dieser Regierung überhaupt keiner mit?", so Schwingenschrot. Denn während sich der Handel im Dezember mit dem Weihnachtsgeschäft zumindest erholen dürfe, sei der November für die Gastronomie unwiederbringlich weg. Die angekündigte Hilfe, 80 Prozent der entgangenen Einnahmen zu ersetzen, ist für Schwingenschrot eine "fiese Mogelpackung". Erstens sei die Hilfe daran gebunden, das gesamte Personal zu behalten; zweitens sei das Trinkgeld ein wichtiger Bestandteil des Kellner-Einkommens, drittens seien alle Unternehmen ausgeschlossen, die erst aufgesperrt haben und daher keine Vorjahres-Umsätze vorweisen können. "Und zu guter Letzt brauchen die Gastronomiebetriebe das Geld Ende November am Konto, um die Weihnachtsgehälter zahlen zu können. Viele haben die Hilfe vom Frühjahr noch nicht erhalten."

Bund soll zahlen

"Die Bundesregierung wird die Lohnkosten und das Weihnachtsgeld für die Gastro-Angestellten zu hundert Prozent übernehmen müssen, da führt kein Weg daran vorbei", so der blaue Gastro-Sprecher. 

Wirtschaftskammer macht Druck

Auch die Wiener Wirtschaftskammer macht Druck auf die Bundesregierung. "Das allerwichtigste ist, dass die Umsätze noch im November ersetzt werden und die Gastronomie ihren Verpflichtungen nachkommen kann. Es wäre jetzt mit Martini und Weihnachtsfeiern die stärkste Saison des Jahres", so WK-Gastro-Chef Peter Dobcak zu "Heute". Die Hilfe müsse schnell und unbürokratisch erfolgen, der Teufel dürfe nicht im Detail stecken. 

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