Seit einem Jahr gilt das Alkoholverbot am Wiener Praterstern, die FPÖ lobt dies am Freitag einmal mehr in den höchsten Tönen: "Endlich können Pendler den hochfrequentierten Bahnhof wieder nutzen, ohne von Betrunkenen angepöbelt oder gar angegriffen zu werden", sagt Landtagsabgeordneter Wolfgang Seidl.
Auch Kaiserwiese alkfrei
Dass die Szene sich nach dem Verbot auf die nahegelegene Kaiserwiese verlagert hat, darüber berichtete "Heute" bereits vor einem Jahr. Die FPÖ erneuerte am Freitag ihre Forderung, dass auch für diesen Bereich das Alkoholverbot gelten solle.
Dass die Grünen grundsätzlich gegen Verbote sind, stößt Seidl sauer auf: Das Alkoholverbot könne nur funktionieren, "wenn man dieses ebenfalls auf die angrenzende Kaiserwiese anwendet".
Grüne gegen Verbote
Die designierte Grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein spricht sich hingegen für eine freie Kaiserwiese aus. Es soll aber weitere Gespräche geben und die Evaluierung des Alkoholverbots am Praterstern abgewartet werden. Es sei "schlichtweg unsinnig, dass jetzt zu Frühlingsbeginn ein öffentlicher Grünraum wie die Kaiserwiese mit Verboten belegt wird. Gerade in Anbetracht der immer heißer werdenden Sommer ist es wichtig, dass sich Menschen ungestört in Grünräumen in Wien aufhalten dürfen", so Hebein.
"Wir wollen die Evaluierung zum Anlass nehmen, um die Verdrängung von obdachlosen Menschen durch Verbote und die Hausordnung der Kaiserwiese zu thematisieren", sagt Hebein.
Vom Prater verwaltet
Die Kaiserwiese gehört zwar grundsätzlich den Stadtgärten Wien, wird aber von der Prater Wien GmbH verwaltet. Diese schickt Securitys aus, um die Benützungsregelungen zu kontrollieren. Darin finden sich unter anderem Verbote, die Herumlungern, Ballspielen oder Alkoholkonsum betreffen.
Dass hier aber derzeit mit Augenmaß kontrolliert wird, betonte eine Sprecherin gegenüber dem ORF: Niemand werde wegen einer Dose Bier vertrieben, sagte sie. (red)