Österreich

FPÖ-Granden tanzten mit Identitären und AfD an

Heute Redaktion
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Der Akademikerball in der Wiener Hofburg lockte auch zahlreiche prominente Persönlichkeiten an. Darunter FPÖ- und AfD-Politiker und der Identitären-Chef.

Während am Freitag kurz nach 19 Uhr die Demos gegen den Akademikerball in Wien zu Ende gingen, trudelten gleichzeitig die Gäste bei selbigem in der Wiener Hofburg ein. Einer der Ersten: FPÖ-Urgestein und -Ideologe Andreas Mölzer. Auf ihn folgte einer, der nicht mehr in der FPÖ ist: Der durch den Ibiza-Skandal gestürzte Johann Gudenus kam mit schwarzem Mascherl.

Schon im Vorfeld sorgte der Besuch von Martin Sellner, Sprecher und Kopf der als rechtsextrem eingestuften "Identitären Bewegung", für Wirbel. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch sah den Besuch Sellners am von der FPÖ organisierten Ball als "neuerlichen Skandal", der beweise, "dass die FPÖ es mit der vielbehaupteten Distanzierung vom Rechtsextremismus ganz und gar nicht ernst nimmt". Sellner kam in Begleitung seiner Ehefrau Brittany Sellner, US-amerikanische Vloggerin der Alt-Right-Bewegung. Beobachter berichteten von weiteren Identitären unter den Ballbesuchern.

Ebenfalls kurz darauf angetanzt: Die nicht amtsführende Wiener Stadträtin Ursula Stenzel (FPÖ), die für einen Skandal gesorgt hatte, als sie trotz von der FPÖ verordneter Abgrenzung zu den Identitären im September 2019 eine Rede auf einer Identitären-Demo hielt. Danach wurde von mehreren Seiten Stenzels Rücktritt bzw. Rauswurf aus der Partei gefordert, FPÖ-Chef Norbert Hofer stellte sich schließlich schützend vor sie.

Durch den Hofburg-Eingang zum Ball schritten offenbar auch Ex-Pegida-Sprecher Georg Nagel und AfD-Rechtsaußen-Politiker Björn Höcke. Höcke ist Begründer der rechtsextremen AfD-Strömung "Der Flügel" – er darf laut einem deutschen Gerichtsurteil ein "Faschist" genannt werden. Dass Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache nicht den Ball besuchte, überraschte dagegen kaum. Anders handhabte das sein Nachfolger. Norbert Hofer wandte sich via Facebook-Videobotschaft direkt aus der Hofburg an seine Anhänger.