Österreich

FPÖ kritisiert Umbenennung der Ringstraße

Nach jahrelangen Debatten ist die Umbenennung des Wiener Dr.-Karl-Lueger-Rings seit Donnerstag fix. Doch die Aktion stößt nicht nur auf Freude.
Heute Redaktion
14.09.2021, 16:28

Nach jahrelangen Debatten ist die seit Donnerstag fix. Doch die Aktion stößt nicht nur auf Freude.

Beifall für die Umbenennung kam nicht nur vom grünen Koalitionspartner, sondern auch von der Österreichischen Hochschülerschaft und der Uni-Führung. Rektor Heinz Engl freute sich über die neue Adresse "im Hinblick auf das 650-Jahr-Jubiläum 2015". Die jetzige Anschrift sei im Ausland angesichts Luegers antisemitischer Haltung nicht mehr zu rechtfertigen gewesen, so der Tenor von ÖH und Grünen. Die Israelitische Kultusgemeinde nahm die Maßnahme ebenfalls positiv auf.

"Linker Gesinnungsterror"

Teils scharfe Kritik hagelte es indessen von der Rathaus-Opposition. Die FPÖ zeigte sich erbost über "linken Gesinnungsterror" und die von Rot-Grün betriebene "politische Umerziehung". "Einem ausländischen Massenmörder wie Che Guevara bauen die Sozialisten in Wien ein Denkmal, aber ein herausragender Wiener Bürgermeister wird aus einem Straßennamen gedrängt", echauffierte sich Parteichef Heinz-Christian Strache.

Die ÖVP plädierte zwar für ein "differenziertes" Lueger-Bild, sprach jedoch von "unglaublicher Arroganz" angesichts dessen, dass man in die Gespräche nicht eingebunden worden sei. Die Stadt-Schwarzen zweifelten zudem - ebenfalls mit Hinweis auf das Che-Denkmal im Donaupark - an der Stadt als "moralische Instanz".