Zwei Zwischenfälle stören FPÖ-Plakatpräsentation

Die FPÖ hat am Freitag ihre ersten Wahlplakate präsentiert. Ein Tierschützer störte die Veranstaltung – und auch sonst lief nicht alles nach Plan.
Die ersten Wahlplakate für die Nationalratswahl wollte die FPÖ am Freitag vorstellen. So weit, so normal. Wenn da nicht zwei Zwischenfälle passiert wären, die die Pressekonferenz dann doch zu einer sehr ungewöhnlichen machten.

Zwischen Zwetschkenzweigen



Gleich zu Beginn wunderten sich die anwesenden Journalisten, wieso Parteichef Norbert Hofer so leiste sprach. Auch am Facebook-Livestream war er schwer zu verstehen. Das merkte auch Hofer selbst nach ein paar Sätzen. "Hört man mich gut?", fragte er – und bekam ein Nein zur Antwort.

Nach wenigen Minuten war der Fehler gefunden: Die Mikrofone waren nicht eingeschaltet. Zum Test gab Hofer einen Zungenbrecher zum Besten: "Zwischen zwei Zwetschkenzweigen zwitschern zwei Schwalben." Dann funktionierte es und er fragte lachend: "Soll ich von vorn beginnen?"

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Kein Blatt aber Leidenschaft



"Die Plakatwelle zeigt die Doppelspitze, Herbert Kickl und mich", begann Hofer dann den inhaltlichen Teil. Wie eng die beiden zusammenarbeiten, betonte Hofer ebenfalls nochmal: "Zwischen uns passt kein Blatt, wir machen gemeinsam diesen Wahlkampf."

Kickl beschrieb das später so: Wir sind zwar zwei Personen würd' ich sagen, aber unser Denken ist eines, unsere Leidenschaft ist eine."

Historisch sei es, dass die FPÖ diesmal schon vor der Wahl sage, dass sie ausschließlich mit der ÖVP koalieren will. So ehrlich, so geradlinig sei noch keine Partei bisher gewesen, meinte Hofer.

Tierschützer störte Veranstaltung



Auch der ehemalige Innenminister, auf dessen Plakat "Mit Sicherheit für Österreich" steht, sprach zu den Journalisten. Doch bevor er seine Rede beginnen konnte, geschah ein zweiter Zwischenfall.

Ein Aktivist des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), dessen Obmann Martin Balluch für die Liste Jetzt kandidiert, störte die Veranstaltung. Er stellte sich mit dem Foto eines leidenden Schweines in Massentierhaltung neben das Podium und begann die FPÖ für ihre Haltung zum Tierschutz zu kritisieren: "Die FPÖ hat den Tierschutz verraten", sagte er.

"Ich würde Ihnen raten eine eigene Veranstaltung abzuhalten", richtete sich Kickl an ihn: "Kann man diesen Herrn bitte hinausbegleiten?" Der Mann wurde hinausgeworfen: "Danke für Ihren Beitrag", verabschiedete ihn Norbert Hofer.

Kickl selbst attackierte in seinen Ausführungen unter anderem auch die ÖVP. Man dürfe auch dieser Partei "nicht auf den Leim gehen", weil sie gerade einen Linksschwenk machen würde. "Den Blinker rechts raushauen und dann nach der Wahl links abbiegen", sei das Motto dort.

Das sind die Plakate



Auf den Wahlplakaten sind also Norbert Hofer und Herbert Kickl zu sehen. "Koalition für unsere Heimat fortsetzen", steht bei beiden drauf. Hofer hat dazu noch die Schlagworte "Fair. Sozial. Heimattreu." neben seinem Konterfei, Kickl sagt den Lesern: "Mit Sicherheit für Österreich."

Für die digitale Welt gibt es eigene Sujets. Auf Fotos der beiden Spitzenkandidaten steht da zum Beispiel: "Einer, der sich immer für Euch einsetzt" oder "Einer, der unsere Sprache spricht." Die Anlehnung an Jörg Haider (er warb mit "Einer, dessen Handschlag gilt.") ist dabei Absicht, erklärt Herbert Kickl. Denn die Werte der FPÖ hätten eine lange Tradition, was man damit zum Ausdruck bringen wollte.

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