Die Nationalratssitzung am Mittwoch lief bereits seit über acht Stunden, war aber immer noch weit von einem Ende entfernt, als es gegen 17.30 Uhr den höheren Pensionsbonus für längeres Arbeiten ging.
ÖVP-Abgeordnete Bettina Zopf hielt, als die ans Podium trat, fest: "Die ÖVP ist eine Familienpartei." Ihre Kollegin Gudrun Kugler habe das sogar mit Zahlen, Daten und Fakten belegt. "Die Geburtenbrate der ÖVP-Nationalratsabgeordneten ist 2,05 – Tendenz steigend." Beim grünen Koalitionspartner hingegen betrage sie nur 1,15 – was dort wiederum für verdutzte Blicke, ein lautes "Hallo!?" von Meri Disoski und Getuschel zwischen ihr und Generalsekretärin Olga Voglauer sorgt.
Den Punkt, den Zopf jedenfalls machen will: Auch der Durchschnitt liegt in Österreich nur bei 1,41, die Lebenserwartung steigt, die Menschen werden älter, am Arbeitsmarkt fehlen Junge. Man muss deswegen Anreize setzen, damit der Arbeitsmarkt auch für ältere Menschen attraktiv bleibt.
"Kollegin Zopf, das war jetzt einfach neben der Spur", urteilt ihr Folgeredner Gerald Loacker und erntet dafür demonstrativ kräftigen Applaus aus den Reihen der Grünen. "Vorzurechnen, welche Fraktion welche Geburtenrate hat. Was soll denn das für ein Beitrag zur Qualität der Diskussion in diesen Haus sein?" Die Kameras fingen unterdessen eine intensive Diskussion zwischen Zopf und Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer ein.
Zehn Minuten später gab es schließlich auch von der FPÖ einen Beitrag dazu. Abgeordneter Peter Wurm hat nämlich nachgerechnet. Die freiheitliche "Familien-Partei" liege bei einer Geburtenrate von 2,4 "und wir arbeiten wöchentlich daran, das zu verbessern". Eindeutiges Ergebnis und "Sieg für die FPÖ", fasst er zusammen. Bei der FPÖ sorgt das für Beifall, Abgeordnete Dioski kommentiert trocken: "Bitte, Peter, hör auf!"