FPÖ kritisiert Delogierungen trotz Corona-Krise

Trotz Corona wurden Gemeindebau-Mieter delogiert, kritisiert die FPÖ. Die Stadt weist die Vorwürfe zurück.
Trotz Corona wurden Gemeindebau-Mieter delogiert, kritisiert die FPÖ. Die Stadt weist die Vorwürfe zurück.Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
Zu Beginn der Corona-Krise hat die Stadt Wien einen Delogierungsstopp im Gemeindebau erlassen. Laut FPÖ verloren dennoch rund 550 Mieter ihre Wohnung.

Am 21. März kündigte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) an, dass die Delogierungen bei Wiener Wohnen aufgrund der Corona-Krise gestoppt werden - "Heute" berichtete. Der aktuelle Quartalsbericht von Wiener Wohnen zeigt jedoch, dass trotz aller Beteuerungen der Stadtregierung bis zum 3. Quartal 421 Delogierungen in Wohnungen durchgeführt wurden, bis Jahresende 2020 wird eine Zahl von 545 prognostiziert. Das schreibt die FPÖ am Dienstag in einer Aussendung.

Nepp: "Delogierungsstopp war eine glatte Lüge"

"Der von der SPÖ angekündigte Delogierungsstopp war eine glatte Lüge. Die SPÖ hat ihr soziales Gewissen aufgegeben und setzt in der Corona-Krise Menschen auf die Straße", wettert Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp. Er fordert, dass die Delogierungen sofort eingestellt werden.

Weiters macht Nepp darauf aufmerksam, dass die Vormerkungen für Gemeindewohnungen im Jahr 2020 "förmlich explodiert" sind, nämlich von 11.109 am 30.09.2019 auf 15.044 am 30.09.2020. Dem zufolge habe die Stadt Wien viel zu wenige Gemeindewohnungen und ist nicht ansatzweise in der Lage, den Bedarf zu decken, rechnet die FPÖ.

FPÖ fordert "Vergabe nur an Österreicher"

"Die horrende Warteliste für Gemeindewohnungen ist eine einzige Zumutung und bestätigt unsere Forderung, dass die Vergabe nur an österreichische Staatsbürger erfolgen darf", so Nepp.

Stadt weist Vorwürfe zurück

Von Seiten der zuständigen Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal weist man die Vorwürfe zurück. Gegenüber "Heute" heißt es von einem Sprecher der Stadträtin: "Der Delogierungsstopp galt und gilt für Corona-Betroffene. Mieter, deren Delogierungsverfahren in keinem zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang mit Corona stand, das also im März 2020 bereits abgeschlossen war, waren davon nicht betroffen. In der Zeit des harten Lockdowns hat Wiener Wohnen überdies ganz auf Delogierungen verzichtet."

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