FPÖ tobt: "Grüne wollen mehr Abtreibungen"

Maximilian Krauss im Wiener Rathaus
Maximilian Krauss im Wiener RathausHERBERT NEUBAUER / APA / picturedesk.com
Die Begriffe "Zahl der Schwangerschaftsabbrüche deutlich zu erhöhen" in einem Antrag der Grünen bringt die FPÖ zu toben. Was steckt dahinter?

Am Donnerstag findet seit 9 Uhr der 5. Wiener Gemeinderat statt. Das Thema der "Aktuellen Stunde" wurde dabei von den Grünen eingebracht und hat die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Frauen zum Gegenstand. Ein Beschlussantrag  daraus lässt nun die FPÖ toben.

"Völlig irre"

"Die Grünen knallen im heutigen Gemeinderat offenbar völlig durch und beantragen, dass es in Wien mehr Abtreibungen geben soll", so Maximilian Krauss, Klubobmann der FPÖ im Wiener Rathaus. Dieser Aussage schließe sich weitere freiheitliche Politiker an, so auch Stadtrat Dominik Nepp.

"Unser Ziel sollten mehr glückliche Kinder und Familien sein", so Krauss abschließend auf Twitter. Beigefügt ist ein Screenshot des Antrags. In einer anschließenden Aussendung fordert er darüber hinaus eine klare Distanzierung durch die Bundes-ÖVP. Aber was konkret wollen die Grünen wirklich?

Der Antrag

Im Beschlussantrag wird gefordert, "dass an jeder gynäkologischen Abteilung des Wiener Gesundheitsverbundes zumindest eine Ärztin/ ein Arzt tätig ist, die/der Schwangerschaftsabbrüche während der Fristenregelung (ohne medizinischen Grund) durchführt". Dabei handelt es sich um eine Personalmaßnahme, die die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche an den Wiener Kliniken erhöhen soll.

Ein wichtiges Detail, denn selbstverständlich will man nicht die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche generell erhöhen. Es soll lediglich an jedem öffentlichen Krankenhaus die Möglichkeit geben, einen solchen unter professionellen, klinischen Bedingungen durchführen lassen zu können.

Diese Leistungen sollen in Zukunft auch leicht auffindbar kommuniziert werden. Denn bis heute ist es oft der Fall, dass Frauen ungewollt in den Fängern erzkonservativer Abtreibungsgegner landen, wenn sie nach Informationen über Schwangerschaftsabbrüche suchen. Der Wiener Gesundheitsverbund mit seinen neun Kliniken soll auf seiner Website deswegen in Zukunft umfassend darüber informieren.

Weiterführende Informationen findet man auf dem öffentlichen Gesundheitsportal der Republik Österreich unter https://www.gesundheit.gv.at/leben/eltern/schwangerschaft/info/schwangerschaftsabbruch

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