Nach dem Nein von Ministerin Doris Bures (SP) zum Bau der A26-Vollvariante gehen die Wogen in Oberösterreich hoch. Nach Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) fordert auch SP-Klubchef Karl Frais Widerstand gegen die Absage seitens des Bundes. Die Geschichte zeigt aber, dass das Megaprojekt wenig Chancen auf Umsetzung hat.
Frais wünscht sich nach der Absage einen Westring-Gipfel, bei dem neben Pühringer auch Bures und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) an einem Tisch sitzen sollen. Der Blick in die jüngere Geschichte lässt aber wenig Hoffnung aufkommen. Seit 40 Jahren wird eine Westumfahrung für die Landeshauptstadt diskutiert: 1970 war es Professor Kurt Leibbrand, der im Linzer Gesamtverkehrsplan bereits für eine Ringlösung eintrat. Sie sollte oberirdisch geführt werden.
1986 versprach der damalige SPÖ-Bautenminister Heinrich Übleis erstmals die Errichtung der vierten Donaubrücke samt Tunnel in Richtung Hauptbahnhof. 1994 wollte ein Bankenkonsortium rund um die Oberbank das Megaprojekt stemmen, und noch im Jahr 2000 ging Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Hiesl (ÖVP) davon aus, dass 2003 der Spatenstich passiert.
Geschehen ist bis heute nichts. Es wurden lediglich Unsummen an Steuergeld für Planungen ausgegeben. Die geschätzten Projektkosten sind über die Jahre explodiert: Vor 16 Jahren wurden umgerechnet knapp 90 Millionen Euro veranschlagt, 2000 waren es bereits 200 Millionen, heute liegt das geplante Budget bei 530 Millionen.
Jürgen Tröbinger