Es ist ja nichts Neues, dass die Franzosen sich gegen englische Wörter in ihrer Sprache mit Händen und Füßen wehren. Nun ging die Regierung aber einen Schritt weiter und schrieb einen Wettbewerb aus, bei dem die Bürger französische Begriffe für fünf Modewörter wie "chat" oder "tuning" einreichen sollen.
Der Schutz der eigenen Sprache ist ein wesentlicher Bestandteil des französischen Nationalstolzes. Während sich neue englische Wörter in immer mehr Sprachen auf aller Welt einnisten, entwerfen die Franzosen lieber ihre eigenen. Der Begriff "computer" etwa ist so gut wie unbekannt, stattdessen heißt es "l'ordinateur" ("der Rechner").
Übersetzungen nur teilweise erflogreich
Nun hat die Regierung sogar einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem die Bürger aufgerufen sind, fünf neue Begriffe für "chat", "talk", "tuning", "buzz" und "newsletter" zu finden. Offiziell heißt "chat" bereits seit 2006 "dialogue en ligne" ("Verbindungsdialog"), das Wort hat sich in der Alltagssprache aber nie so richtig durchgesetzt. Und das, obwohl "chat" auf französisch eigentlich "Katze" bedeutet.
Der ebenfalls 2006 eingeführte Begriff für E-Mail lautet "courriel" und wird - außer von Jugendlichen - im Alltag verwendet. Es ist eine Zusammensetzung aus den Wörtern "courrier électronique" - "elektronische (Brief)post". Ein Versuch in den 1990er Jahren, das Internet "entre-réseau" ("Zwischen-Netz") zu nennen, scheiterte kläglich.
Auch eigene Wörter in Schweden
Ähnlich verhält es sich beispielsweise in Schweden. Im Gegensatz zu Frankreich gibt es allerdings keine staatlichen Anweisungen dazu, Wörter werden ganz natürlich "eingeschwedischt". So wird der Computer etwa zum "data" oder das E-Mail zur "e-post". Jeans heißen gemäß der schwedischen Aussprache "Yeans".