Frankreich versinkt immer tiefer im Schuldensumpf. Die Staatsschulden werden heuer 119,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen, nächstes Jahr sogar 121,7 Prozent. Das räumte jetzt das Finanzministerium in Paris ein.
So hoch lag der Wert laut dem französischen Statistikamt Insee seit 1978 nicht mehr - also seit fast einem halben Jahrhundert.
Wie n-tv berichtet, liegt Frankreich damit mehr als doppelt so hoch wie die EU-Obergrenze von 60 Prozent. In der Eurozone stehen nur Griechenland und Italien noch schlechter da.
Auch beim Defizit reißt Frankreich die EU-Vorgaben. Während maximal drei Prozent erlaubt wären, lag das Defizit im Vorjahr bei 5,1 Prozent. Heuer sollen es sogar 5,4 Prozent werden.
Die Regierung will gegensteuern: Für 2027 sind Einsparungen von 54 Milliarden Euro geplant. Premierminister Sebastien Lecornu strebt dann ein Defizit von fünf Prozent an. Finanzminister Roland Lescure hält das allerdings für unrealistisch.
Die EU-Schuldengrenze wurde eingeführt, um eine solide Finanzpolitik zu garantieren. Sie soll verhindern, dass einzelne Staaten die Stabilität des gesamten Euroraums gefährden - wie zuletzt in der Euro-Schuldenkrise ab 2010.
Andere Länder zeigen, dass Sparen möglich ist: In Spanien sank die Verschuldung im Juli unter 100 Prozent des BIP, Portugal drückte seine Schulden 2025 sogar unter 90 Prozent.