Franzose startet zweiten Hungertod-Versuch

"Ab Montag, dem 12. Oktober um Mitternacht werde ich jegliche Flüssigkeitszufuhr, Nahrung und Behandlung mit Ausnahme von Schmerzmitteln einstellen."
"Ab Montag, dem 12. Oktober um Mitternacht werde ich jegliche Flüssigkeitszufuhr, Nahrung und Behandlung mit Ausnahme von Schmerzmitteln einstellen."
PHILIPPE DESMAZES / AFP / picturedesk.com
Nach dem ersten, gescheiterten Versuch will er es nun "bis zum Schluss durchziehen". Der Franzose Cocq will sich dieses Mal wirklich zu Tode hungern.

Etwa einen Monat nach dem fehlgeschlagenen Versuch, sich aus Protest zu Tode zu hungern, kündigte der Franzose Alain Cocq vergangenen Samstag an, nun einen neuen Versuch zu starten. Dieses Mal, so versicherte er, würde er "es bis zum Schluss durchziehen".

"Ab Montag, dem 12. Oktober um Mitternacht werde ich jegliche Flüssigkeitszufuhr, Nahrung und Behandlung mit Ausnahme von Schmerzmitteln einstellen", sagte Cocq gegenüber der "AFP".

Während seines ersten Versuchs Anfang September hatte Cocq in der Tat jegliche Flüssigkeitszufuhr, Nahrung und medizinische Behandlung eingestellt. Aber nach mehreren Tagen des Leidens und von Schmerzen geplagt, akzeptierte Cocq dann doch die lebensrettende Hilfe der Uniklinik in Dijon.

Dieses Mal rechtlich abgesichert

Aufgrund der unerträglichen Schmerzen nahm er die Hilfe des Rettungsdienstes an - nicht wissend, dass jener nicht nur seine Schmerzen lindern würde, sondern auch wieder eine Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr aufnehmen würden.

"Dieses Mal ist es klar: Ich habe mir bei einem Anwalt Hilfe geholt, der Rettungsdienst wird per Post informiert", sagte er. In dem Brief erklärt der schwerkranke Mann, dass er "die Lehren aus (seinem) ersten Versuch ziehen" wolle.

"Diesmal habe ich schriftlich festgehalten, dass es mein freier Wille ist […]. Ich sage deshalb klar […]: Wenn ich zu diesem oder jenem Zeitpunkt medizinische Hilfe in Anspruch nehmen würde, bedeutet das keineswegs, dass ich leben will. Es wird bedeuten, dass ich das Leiden nicht mehr ertragen kann und dass ich eine tiefe Sedierung haben möchte", erklärt Alain Cocq weiter.

Keine Facebook-Übertragung

Cocq sagte ebenso, dass er dieses Mal seine Qualen weder auf seiner Facebook-Seite noch auf irgendeiner anderen Website live übertragen werde. Facebook hatte nämlich bei dem ersten Versuch am 5. September nach nur wenigen Stunden der Live-Berichterstattung die Videoübertragung unterbrochen und verboten.

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