Frau (50) drohte mit Fluch und machte damit Vermögen

Die Angeklagte
Die AngeklagteLPD NÖ
Eine 50-Jährige aus Gerasdorf soll zahlreiche Opfer abgezockt haben. Sie befreite diese angeblich von Flüchen -  gegen Bares und Gold.

In einem großen Haus in Gerasdorf bei Wien (Bezirk Korneuburg) wohnt eine serbische Großfamilie. Von ihnen geht derzeit niemand einer geregelten Arbeit nach. Offenbar besteht auch keine unmittelbare Notwendigkeit, denn Sladjana J. (50) soll mit ihrer Fluch-Betrugsmasche genug Geld in die Familienkasse gespült haben.

Blick für Opfer

Bereits im Mai 2020 hatte die Kripo Hinweise erhalten und ermittelte gegen eine vorerst unbekannte Frau, welche mit dem richtigen Gespür und Blick "verfluchte" Menschen gegen Cash heilen sollte.

Die Ermittlungen führten dazu, dass der Serbin (50) zumindest zwei Betrugshandlungen nachgewiesen werden konnten. In beiden Fällen soll Sladjana J. die Opfer erstmal - zum Auskundschaften - in Gespräche verwickelt haben, stellte sich dann als Hellseherin und Heilerin vor und erkannte "dunkle Schatten" und "böse Flüche".

Gold

"Aber ich kann Sie von diesem furchtbaren Fluch befreien", gab die "Hellseherin" den Opfern zu verstehen. Die "Verfluchten" reagierten erleichtert und diskutierten nicht lange über die Höhe des Preises. Ein Opfer zahlte für die angebliche Heilung knapp 1.000 Euro, das zweite gleich mehrere Tausend Euro sowie Goldmünzen im Wert von 30.000 Euro (Anm.: je nach Status und Vermögen der Opfer, die Verdächtige hat auch dafür den richtigen Riecher).

Bei einer Hausdurchsuchung in Gerasdorf stellte die Polizei schließlich eine Vielzahl an Wertgegenständen wie Schmuck, Gold- und Silbermünzen, andere Wertmünzen sowie eine hohe Summe an Schweizer Franken sicher.

In Schweiz und Süd-D unterwegs

"Wir gehen davon aus, dass die Verdächtige im ganzen deutschsprachigen Raum, vor allem in Österreich, der Schweiz und Süddeutschland unterwegs war. Darum auch die Schweizer Franken", so Polizeisprecher Raimund Schwaigerlehner.

Die Polizei und die zuständige Staatsanwaltschaft Korneuburg gehen von weiteren Opfern aus. Daher gestattete die Staatsanwaltschaft eine Veröffentlichung von Fotos der 50-jährigen Sladjana J. Auch die von der Serbin verwendete auffällige Handtasche sowie ein schillernder Beutel, Rosenöl und weitere Gegenstände (siehe Fotos) könnten von potenziellen Opfern wiedererkannt werden.

Weitere Opfer sollen sich melden

Die 50-Jährige sitzt jetzt in Korneuburg in Untersuchungshaft, es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Kripo bittet um Hinweise, diese werden gerne auch vertraulich behandelt. Weitere Geschädigte sollen sich an Tel.: 059133-30-3336 wenden.

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