Mit 79 Jahren musste eine gebürtige Ungarin aus dem Industrieviertel gestern wegen eines mutmaßlichen Mordauftrages in Wr. Neustadt vor Gericht.
Die Tochter und deren Lebensgefährte, das verhasste Zielobjekt, sollen die 79-Jährige, die nach dem Tod des Gatten 2015 viel Geld an Internetbekanntschaften verloren haben soll, immer wieder vor Betrügern gewarnt haben. Die Ungarin sah im Schwiegersohn in spe den familiären Unruhestifter, die Tochter klagte sogar ihren Pflichtteil beim Erbe ein.
Daraufhin soll die 79-Jährige laut Anklage den mutmaßlichen Mordauftrag erteilt haben. Der Wiener soll 5.000 Euro von der Ungarin als Anzahlung erhalten, aber den „Job“ an einen Bekannten weitergegeben haben. Doch der Gelegenheitsarbeiter bekam es mit der Angst zu tun, ging zur Polizei und packte aus.
Laut Staatsanwalt hätte die Zielperson getötet und die Leiche in Ungarn verbuddelt werden sollen. Zudem sollen Chatverläufe die beiden Angeklagten belasten. Die Angeklagten bestritten vehement je ein Mordkomplott geschmiedet zu haben.
Eine Zeugin, selbst Vertragsbedienstete bei der Polizei als Zeugin: „Der 52-Jährige vertraute sich mir an, er habe Probleme. Dann zeigte er mir ein Foto vom Schwiegersohn. Ich wollte aber nix hören und empfahl ihm sofort einen guten Anwalt.“
Die Frau und der Wiener wurden im Sinne der Anklage schuldig gesprochen und fassten je elf Jahre Haft aus (nicht rechtskräftig). Denn beide Anwälte der Angeklagten meldeten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an.