Frau bei "terroristischem Vorfall" erschossen

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Stadt Londonderry ist eine Frau gestorben. Als Hintergrund wird der Nordirland-Konflikt vermutet.
Am Rande der nordirischen Stadt Londonderry ist es in der Nacht auf Freitag zu gewaltsamen Ausschreitungen und tödlichen Schüssen auf eine junge Frau gekommen. Der Tod der 29-Jährigen in der Wohnsiedlung Creggan werde als "terroristischer Vorfall" behandelt.

Dies teilte die örtliche Polizei in der Nacht zum Freitag über Twitter mit. "Wir behandeln dies als terroristischen Vorfall und haben zudem Mordermittlungen eingeleitet." Zuvor hatte die britische Polizei darüber informiert, dass in Creggan Brandsätze geschleudert und mehrere Schüsse abgefeuert worden seien.



CommentCreated with Sketch.5 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Opfer war vermutlich Journalistin

Auf Bildern vom Ort des Geschehens waren brennende Autos und verkohlte Fahrzeugwracks zu sehen. Zu den Hintergründen gaben die Behörden zunächst keine Details preis. Es wird allerdings vermutet, dass der jährliche Protest an Ostern im ursprünglichen Nordirland-Konflikt auch in diesem Jahr der Auslöser für die Krawalle war.

Noch unbestätigten Berichten zufolge soll es sich bei der jungen Frau um eine Journalistin handeln, die über die Ausschreitungen berichtete. Als aus der Menschenmenge Schüsse auf Sicherheitskräfte abgegeben wurden, kam es zu einem Schusswechsel. Die junge Frau geriet offenbar ins Kreuzfeuer.

Aufflammende Kontroverse

Londonderry hat rund 85.000 Einwohner und liegt im äußersten Nordwesten der nordirischen Provinz an der Grenze zur Republik Irland. Dort wohnen vor allem Katholiken, die ihre Stadt schlicht "Derry" nennen. In dem britischen Landesteil treiben paramilitärische Gruppierungen ihr Unwesen.

Seit Jahresbeginn sind wiederholt Sprengsätze in Londonderry explodiert, ohne dass es dabei Verletzte gegeben hätte. Einer davon detonierte im Januar vor einem Gericht mitten in der Stadt, nachdem kurz zuvor eine Warnung bei den Behörden eingegangen war.

Zuletzt waren die Sorgen gewachsen, dass sich die Gewaltspirale in der Ex-Bürgerkriegsregion im Zuge des Brexits und der künftig zur EU gehörenden Republik Irland wieder in Gang setzt. In dem über Jahrzehnte währenden Konflikt standen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiterhin zu Großbritannien gehören wollen.

(hos/chk/sda)

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