Sind historische Werke wie Bücher, Urkunden oder Dokumente so alt und wertvoll, dass sie für den öffentlichen Gebrauch nicht mehr geeignet sind, dann wurden und werden davon oft Nachbildungen erstellt, sogenannte Faksimiles. Während man heutzutage mit moderner Technik relativ wenig Aufwand hat, ein Werk detailgetreu zu reproduzieren, steckt hinter älteren Faksimiles oft wochenlange oder monatelange Arbeit. Dementsprechend hochpreisig werden sie dann auch gehandelt.
Eben solche Faksimiles sammelt eine Frau aus dem Bezirk Melk, kaufte bislang zumeist bei einem renommierten Verlag in Wien. Im März meldete sich dann allerdings eine ihr unbekannte Person mit unterdrückter Nummer bei ihr, bot Faksimiles zum Verkauf an. Es kam zu einem Treffen, die Geschichte-Liebhaberin kaufte dem Mann gleich zwölf Bände ab. Dafür bezahlte sie satte 17.000 Euro.
Die Frau ging anschließend ins Dorotheum nach St. Pölten und ließ ihre erstandenen Werke dort schätzen. Das ernüchternde Ergebnis: Die Experten schätzten die Faksimiles auf gerade einmal die Hälfte der bezahlten Summe. Die Frau erstattete daraufhin Anzeige bei der Polizei.
Diese nahm die Anzeige auf und ermittelt nun wegen Betrugs. Ob die Frau tatsächlich strafbar hinters Licht geführt wurde oder die Bände nur viel zu teuer gekauft hat, ist nun Teil der Ermittlungen. Die Daten des Verkäufers sind derzeit jedenfalls noch unbekannt.