Tieftraurig zeigt sich Erika D.: Die 86-Jährige hatte am 12. Mai einen Antigentest in einer Apotheke machen lassen und ihr negatives Ergebnis eingesteckt. Leider sei ein „menschlicher Fehler passiert, auf dem Schreiben stand irrtümlich ein männlicher Name“, so Erika D., was ihr aber erst beim Besuch in der Floridsdorfer Klinik am nächsten Tag auffiel.
Dort wurden ihr am Feiertag, dem 13. Mai, beim Besuchstermin um 10 Uhr die Türen verschlossen. Der Test zählte nicht, ein schneller Abstrich vor Ort sei ihr vom Spital verwehrt worden: „Ich wurde unwirsch abgekanzelt.“ Weinend fuhr die Wienerin von der Klinik nach Hause – zwei Tage später starb ihre Schwester (80) an Lungenkrebs.
Auf „Heute“-Anfrage heißt es seitens des Wiener Gesundheitsverbundes: „Besucher durften unsere Kliniken nur mit einem negativen Testergebnis besuchen. Dieser Test muss auf den Namen jener Person ausgestellt sein, die die Klinik betreten möchte. Beim Eingang werden Besucher, die kein gültiges negatives Testergebnis vorweisen können, aufgefordert, dies in einer naheliegenden Teststation nachzuholen.“ Das sei auch an Feiertagen möglich.
„Ich habe einen pflegebedürftigen Mann zu Hause. Das wäre sich zeitlich nicht ausgegangen“, so die 86-Jährige. „Ich hätte sie gerne noch einmal gesehen.“
Bitter: Seit 19. Mai gilt die 3-G-Regel, Erika D. ist bereits vollimmunisiert, dürfte also jetzt das Spital ohne Test betreten. Das Begräbnis ihrer Schwester findet am 1. Juni statt.